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Warum stern.de „gleich einschläft wie eine Bombe“

Der Online-Ableger des Wochenmagazins hat ein Interview mit ARD-Programmdirektor Volker Herres veröffentlicht und dazu eine Pressemitteilung verbreitet – und was für eine…

29. April 2009. „Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei“. Das steht so am Ende der Pressemitteilung, die am Mittwoch um 11.40 Uhr von der dpa-Tochter News Aktuell über Presseportal.de verbreitet wurde. Die Quelle ist „stern.de“ – und die Mitteilung bezieht sich auf das ebenfalls am 29. April veröffentlichte Interview mit dem ARD-Programmdirektor Volker Herres. Damit wären die notwendigen Formalien für die Veröffentlichung erledigt – und nun dürfen Sie herzhaft lachen, ganz besonders über diese Passage zum Misserfolg der ARD-Vorabendserie „Eine für alle“: „dass auf diesem schwierigen Sendeplatz eine neue Serie gleich einschläft wie eine Bombe.“

Der folgende Text wurde unverändert aus der Pressemitteilung von stern.de, 29.04.09, übernommen:

stern.de: ARD-Programmdirektor Herres beneidet Private um „Wer wird Millionär“ – Enttäuschung über Start von „Eine für alle“

Hamburg (ots) – ARD-Programmdirektor Volker Herres beneidet die private Konkurrenz um die RTL-Quizshow „Wer wird Million?r“, würde das „Dschungelcamp“ aber nicht einmal geschenkt nehmen. Das sagte Herres im Interview mit stern.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins. Herres Gesamtfazit über die private Konkurrenz: „All zu viel Inspierendes habe ich nicht entdecken können.“ Die ARD hat eine eigene, von Jörg Pilawa moderierte Quiz-Show. Das Lob des Programmdirektors für die RTL-Konkurrenz überrascht umso mehr, als dass er Pilawa preist: „Jörg Pilawa ist der beste Moderator, den es im Showbereich gibt.“

Der Abgang von Entertainer Oliver Pocher zu Sat.1 beunruhigt den ARD-Programmdirektor, der am 1. Mai ein halbes Jahr im Amt ist, laut eigener Aussage nicht. „Sat1 geht jetzt ein bisschen shoppen. Kein Grund zur Aufregung“, sagte Herres stern.de. Im Gegenteil könne man jetzt wieder beruhigt sein, dass es Privatsendern wirtschaftlich doch nicht so schlecht gehe, „wie immer geschrieben wird“.

Angesichts des erfolglosen Starts des neuen ARD-Hoffnungsträgers „Eine für alle“ gestand Herres: „Der Auftakt ist verhalten und nicht so, wie man es sich als Programmdirektor wünscht.“ Er habe aber nicht damit gerechnet, „dass auf diesem schwierigen Sendeplatz eine neue Serie gleich einschläft wie eine Bombe“. Die ARD brauche hier „einen langen Atem“. Die neue Serie war von Kritikern hochgelobt worden, die ersten Folgen brachten aber schwache Einschaltquoten.

Die Konkurrenz des Internet fürchtet Herres nicht. „Kein Medium wird von einem anderen verdrängt“, sagte er. Fernsehen sei ein „Lean-Back-Medium“. Man schalte ein, um abzuschalten. „Dieses Bedürfnis werden Menschen immer haben“, glaubt Herres. Zudem werde Internet „immer mehr ein Bewegtbild-Medium“. Herres? Schlussfolgerung gegenüber stern.de: „Und am Ende ist es dann wieder Fernsehen.“

Danke an Ulrich Köring, Radioszene, für den Hinweis auf dieses Thema.

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