Medien

Tot oder lebendig

„Bild“ kämpft weiter unerschrocken gegen Schweinegrippe und „Impf-Chaos“.

24. Oktober 2009. Die Meldung, die „Bild“ auf der Titelseite der nationalen Ausgabe am Samstag verbreitet, liest sich in der Tat zun?chst bedrohlich: „Wenige Tage vor Beginn der Massen-Impfung ist erneut ein Schweinegrippe-Patient gestorben. Der Mann (65) starb in einer Klinik in Mannheim“.

Im aufopferungsvollen Kampf gegen die Schweinegrippe und das „Impf-Chaos“ lässt das Zentralorgan der Deutschen offenbar keinen Toten aus. Woran der Mann in der Uniklinik Mannheim tatsächlich verstorben ist, wissen allerdings weder die behandelnden Ärzte noch die „Schweinegrippe-Experten“ bei „Bild“ so ganz genau. Im Innenteil des Blattes wird Dr. Christoph Klein, Referent des ärztlichen Direktors, wie folgt zitiert:

„Bei Einlieferung wurde uns mitgeteilt, dass er auch noch mit H1N1 infiziert ist. Sein Körper war sehr geschwächt, zeigte erste Vergiftungsreaktionen, weil einzelne Organe wie Nieren und Leber nach und nach ihre Arbeit eingestellt haben. Bei diesem schweren Krankheitsbild konnten wir ihm nicht mehr helfen. Er w?re vermutlich auch an einer normalen Grippe oder Lungenentzündung verstorben.“

Egal – „Bild“ macht sich ohne wenn und aber für die „Schweinegrippe-Impfung“ stark. Schließlich hat Nachrichtenchefin Miriam Krekel sogar erstaunlich positive Nebenwirkungen des „Volksimpfstoffes Pandemrix“ selbst diagnostiziert: „Tag 2 nach der Spritze. Nachdem ich gestern noch müde und angeschlagen war, fühle ich mich heute fit wie lange nicht mehr.“ Damit geht’s der Nachrichtenfrau deutlich besser als „zwei Menschen in Schweden, die nach der Impfung starben“. Allerdings: „Nach Angaben der Ärzte hatten sie Vorerkrankungen“, beruhigt das Blatt etwaig verunsicherte Leser. Tot oder lebendig: „Bild“ kämpft weiter für die „Massen-Impfung“.