Medien

Schlussstrich in den Tagesthemen

Peinliche Bemerkung des ARD-Korrespondenten Thomas Morawski am Ende des Fritzl-Prozesses

20. März 2009. Peinlichkeiten und journalistische „Bruchlandungen“ werden in der ehemaligen Vorzeigesendung der ARD langsam zur Gewohnheit. In den „Tagesthemen“ schloss am Donnerstagabend, Thomas Morawski, Leiter des Wiener ARD-Büros, seinen Bericht über die Urteilsverkündung im Prozess gegen Josef Fritzl mit folgender Bemerkung:

„Und so hoffen auch viele in Österreich auf einen Schlussstrich, damit der Fall nicht als Fall der ganzen Nation im Gedächtnis bleibt.“

Was wollte uns Korrespondent Morawski damit sagen? Dass ganz Österreich womöglich eine Mitschuld an den brutalen Verbrechen des Josef Fritzl trägt, der 24 Jahre lang seine Tochter gefangen hielt und vergewaltigte? Oder war es einfach nur – verantwortungsloses – dummes Geschwätz, um den Beitrag „abzurunden“?

Gerade in öffentlich-rechtlichen Sendungen wurden in den vergangenen Tagen Boulevardpresse, Privatsender und Onlinemedien wiederholt für ihre unangemessene Berichterstattung über den Amoklauf von Winnenden kräftig gescholten – zuletzt ausführlich im NDR-Medienmagazin „Zapp“ am Mittwoch. Es scheint höchste Zeit, dass die ARD auch mal wieder vor der eigenen öffentlich-rechtlichen Tür journalistischen Mist wegkehrt. Soweit bekannt hat Morawski sein „dummes Geschwätz“ zumindest nicht wiederholt. Im „ARD-Nachtmagazin“ endete sein – sonst fast gleichlautender – Bericht mit den Worten: „Der öffentliche Druck für ein hartes und schnelles Urteil fand sich hier durchaus wieder.“

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