Medien

Richtig und falsch (2)

6. April 2010 | Die „Süddeutsche“ und das Kreuz +++ „Bild-App“ mit Flugangst +++ „TV Spielfilm“ ohne Papier

Es ist richtig, dass – nicht nur – die „Süddeutsche Zeitung“, einschließlich ihrer Ableger im Netz und auf dem iPhone, seit Wochen engagiert über Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche berichtet und Gewalt von vermeintlichen Seelsorgern gegenüber Schutzbefohlenen immer wieder anprangert. Allerdings ist es falsch, wenn durch den gedankenlosen Einsatz von „Super-Symbolfotos“, wie Medienjournalist Stefan Niggemeier solche Fehlgriffe bezeichnet, diese Berichterstattung ins Makabere abgleitet. So geschehen am Ostermontag bei „Sueddeutsche.de“. Zum zeitweiligen „Aufmacher“ mit dem Titel „Der Zwang zum Zölibat muss weg“ wurde die Abbildung des gekreuzigten Jesus mit dem Zusatz „Missbrauch in der Kirche“ veröffentlicht.

Richtig ist, dass auch die „Bild-App“ wiederholt über den Ausraster des HSV-Spielers Paolo Guerrero nach Ende des Bundesligaspiels Hamburger SV gegen Hannover 96 am Ostersonntag berichtete. Um auch in diesem Fall „attraktive Inhalte“ und „exklusive Informationen“ bieten zu können, wurde in der Berichterstattung auch nach den möglichen Gründen für den Flaschenwurf des aus Peru stammenden Kickers gesucht. Ein Ergebnis der Recherchen war, dass Guerrero wegen seiner Flugangst dem Zuschauer seine Trinkflasche an den Kopf schleuderte. Falsch wäre allerdings die – angesichts solcher Phantastereien – naheliegende Vermutung, dass der Autor des Beitrags von der Trinkflasche getroffen wurde.

Richtig ist, dass von der Programmzeitschrift „TV Spielfilm“ seit einigen Wochen eine richtig gut gelungene Applikation für das iPhone zur Verfügung steht. In Apples App-Store gehört der leicht zu bedienende Programmführer seit Wochen zu den „meistgeladenen“ Applikationen. Diese smartphonegerechte Umsetzung mit aktuellen Programminformationen und gut sortiertem Bildmaterial macht die Printausgabe von „TV Spielfilm“ (14täglich; 1,60 Euro) an sich überflüssig. Es ist daher falsch, dass die Applikation vom Burda-Verlag kostenlos zur Verfgung gestellt wird.