Medien

„Nichts anderes als Makulatur“

14. Februar 2011 | Das riecht nach Skandal: Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) wollte eigentlich am Montagnachmittag über die Neuvergabe der zweiten Hörfunkette in Rheinland-Pfalz entscheiden. Der Sieger steht allerdings schon vorher fest.

Die Pressemitteilung war bereits am frühen Montagmorgen (14. Februar) auf der Website „Radioszene.de“ nachzulesen:

„Die Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz hat in ihrer Sitzung am 14. Februar 2011 in Ludwigshafen das Programm „bigFM“ auch für die Zeit ab dem 1. Oktober 2011 lizenziert.?

Dumm gelaufen. Die Sitzung auf der über die Lizenzvergabe abgestimmt und damit erst entschieden werden sollte, ist für Montagnachmittag, 14.00-16.00 Uhr, terminiert. Entsprechend „überrascht“ war man denn auch am Montagmorgen beim Mittbewerber Regiocast in Leipzig, der sich neben „bigFM“ und der „ENERGY“-Gruppe für die lukrative Frequenzkette beworben hatte. Von möglichen rechtlichen Schritten mochte man am Montagmorgen bei Regiocast noch nicht sprechen. Kommunikationschef Boris Lochthofen sagte allerdings gegenüber blogmedien, dass „wir uns den Entscheidungsablauf genau ansehen werden“.

Wie es zu dieser Pressemitteilung – und wohl auch zu der Entscheidung vor der eigentlichen Entscheidung der Medienwächter heute Nachmittag in Ludwigshafen – kam, ist derweil noch völlig unklar. Ulrich Köring, Betreiber der Radioszene, erhielt auf Nachfrage bei der LMK lediglich die Auskunft „es wird ein Fehler gesucht“. Ein Insider sagte gegenüber blogmedien, dass die eigentliche Entscheidung bereits in den Gremien der Landesmedienanstalt getroffen wurde und die heutige Sitzung der Medienräte „nichts anderes als Makulatur“ sei.

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