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„Nicht marktgetrieben“

Privatrundfunkverband VPRT lehnt Einführung von DAB+ als neuen Radio-Standard ab – der ADAC ist dafür

26. Juni 2009 | Nach einem Bericht der „Radioszene“ soll die Diskussion der Mitglieder des Fachbereiches Radio und Audiodienste im VPRT bei dem Treffen am Donnerstag in Berlin „munter“ verlaufen sein und rund vier Stunden gedauert haben. Am Ende sprach sich der größte deutsche Privatrundfunkverband gegen die für diesen Herbst geplante Einführung des digitalen Übertragungsstandards DAB+ aus.

In einer vom VPRT verbreiteten Pressemitteilung werden vor allem writschaftliche Gründe für diese Entscheidung angeführt: „Selbst bei maßgeblicher Förderung des Systems durch öffentliche Gelder und unter regulatorischem Druck bestehen mindestens für die nächsten fünf bis zehn Jahre nur geringe Chancen auf eine Teil-Refinanzierung aus dem Markt.“ Die im Verband organisierten Hörfunker kommen zu dem Schluss, dass DAB+ „nicht marktgetrieben“ sei.

Damit bleibt weiter offen, wie Radiomacher in Deutschland künftig ihre Hörer erreichen, zumal in einigen Bundesländern konkrete Pläne bestehen, UKW zur Mitte des nächsten Jahrzehnts ganz abzuschalten. Im säschsischen Privatrundfunkgesetz ist sogar festgeschrieben, dass spätestens zum Dezember 2014 die Ultrakurzwelle durch digitale Übertragungswege ersetzt werden soll. In dem Gesetz sind allerdings keine technischen Übertragungsstandards festgeschrieben.

Für die Einführung von DAB+ hatten sich neben den ARD-Anstalten in den letzten Wochen auch der kleinere Verband „Arbeitsgemeinschaft privater Rundfunk“ (APR) und der ADAC stark gemacht. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es dazu: „Insbesondere für die Autofahrer als einer der größten Gruppen von Hörfunknutzern ist der Neustart des Digitalradios (DAB+) unverzichtbar.“

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