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Mensch Meyer

Wie „Bild“ auf wundersame Weise den Ex-CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer vom „Verlierer“ zum „Gewinner“ beförderte.

16. März 2009. So wie Laurenz Meyer sehen echte „Gewinner“ aus – zumindest für „Bild“. Genau der Meyer, der kurz vor Weihnachten 2004 als CDU-Generalsekretär „zurückgetreten“ wurde, weil er von seinem früheren Arbeitgeber, RWE, Billigstrom und ungerechtfertigte Bezüge – nach „Spiegel“-Angaben – in Höhe von mindestens 130.000 Euro erhalten hatte. Seiner Chefin, Angela Merkel, vermasselte er damit seinerzeit das Weihnachtsfest gründlich und musste sich zudem Hohn, Spott und jede Menge öffentliche Schelte gefallen lassen. „Laurenz Nimmersatt“ nannte ihn „Der Spiegel“ und Unions-Fraktions-Vize Wolfgang Bosbach erklärte „Der Meyer ist bei mir unten durch.“

Dennoch konnte Meyer bei der Bundestagswahl 2005 über die nordrhein-westfälische Landesliste erneut einen Platz im Bundestag ergattern. Damit dürfte bald Schluss sein. Der (noch) wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion „soll nach dem Willen der eigenen Parteifreunde zum Jahresende all seine Ämter verlieren“, stellte das „Bild“-Schwesterblatt „B.Z.“ am Sonntag zutreffend fest. Die CDU in Nordrhein-Westfalen setzte Meyer für die Bundestagswahl auf den „aussichtslosen“ 35. Platz der Landesliste. Was soll’s – „jetzt will Meyer seinen Wahlkreis Hamm-Unna direkt holen“, entschied „Bild“ in der Montagsausgabe und ernannte ihn kurzerhand zum „Gewinner“. Das Zentralorgan der Deutschen hält es dabei sogar mit Bertold Brecht: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Allerdings – bei der letzten Bundestagswahl 2005 holte der CDU-Mann gerade mal 32,8% der Erststimmen in seinem Wahlkreis, während SPD-Kontrahent Dieter Wiefelspütz auf 55 Prozent kam. Mensch Meyer, das könnte zu einem Kampf mit Windmühlen werden.

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