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Meine neue Chefin heißt…

…Prof. Dr. jur. habil. Dr. rer. pol. habil. Sabine Irene Freifrau von Schorlemer. | Titelbild: Steffen Prößdorf | CC BY-SA 3.0 de

1. Oktober 2009. Seit Mittwoch hat Sachsen eine neue Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst – und ich damit eine neue „Chefin“. Und was für eine. Um ihren vollständigen Namen einschließlich aller akademischen Titel fehlerfrei „aufsagen“ zu können, muss ich wohl noch eine Weile üben, schließlich besteht der aus 13 Teilen: Prof. Dr. jur. habil. Dr. rer. pol. habil. Sabine Irene Freifrau von Schorlemer. Als akademischer Tiefflieger, dazu mit einem Sammelbegriff statt Namen versehen, werde ich bei der ersten Begegnung vermutlich vor Ehrfurcht in den Boden versinken.

Gut, dass die „Chefin“ hinsichtlich ihres Namens offenbar nicht allzu eitel ist. Bei der offiziellen Pressekonferenz nach der Vereidigung bot sie den Journalisten die Kurzversion „Staatsministerin von Schorlemer“ an und fügte souverän hinzu: „Der Eindruck, dass die Titel entbehrlich sind, entsteht nicht nur bei Ihnen, sondern der besteht auch bei mir.“

Die Berufung der parteilosen Lehrstuhlinhaberin für Völkerrecht, Recht der EU und internationale Beziehungen an der TU Dresden in das Kabinett von Ministerpräsident Stanislaw Tillich kam durchaus überraschend. Nach Informationen der Säschsischen Staatskanzlei ist die neue Ministerin eine „ausgewiesene Expertin für internationale Angelegenheiten, war 2004/05 Mitglied der deutschen Regierungsdelegation in internationalen Vertragsverhandlungen für kulturelle Vielfalt und arbeitet seit Jahren in deutschen und internationalen Expertengruppen sowie Stiftungen.“ Die 50jährige gebürtige Münchnerin lebt in Dresden und hat drei Kinder.

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