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„Mehr als 200.000 iPhone-Apps von BILD und WELT verkauft“

13. Juli 2010 | Der Springer-Konzern setzt weiterhin auf das Geschäft mit Applikationen für iPhones und iPads. Gegenüber blogmedien zeigt sich Romanus Otte mit dem bisherigen Verlauf der „Premium-Initiative“ ausgesprochen zufrieden. Konkrete Abonnement-Zahlen will der General Manager von „Welt Online“ allerdings (noch) nicht verraten.

Im März dieses Jahres hatte ich mit Romanus Otte, dem General Manager von „Welt Online“ einen“sachlichen Disput“ zum Erfolg – oder Nichterfolg – der iPhone-Applikationen von „Bild“ und „Welt“. Seitdem ist einiges passiert: Nach der „Welt App“ wird seit geraumer Zeit nunmehr auch die Applikation von „Bild“ zum „Normaltarif“ (1,59 bzw. 3,99 Euro mit Zeitungs-PDF) angeboten. Zudem ist Springer gleich mit mehreren Apps auf dem iPad vertreten. Und dann war da auch noch das viel zitierte Loblied des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner auf Apple-Chef Steve Jobs. Damit habe ich auch meine drei Fragen an Romanus Otte „zum Stand der Dinge in Sachen Apps“ eingeleitet:

blogmedien: Herr Otte, Ihr Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner hatte im April – noch vor dem Marktstart des iPad – Verlegern geraten, sich einmal am Tag hinzusetzen zu beten und Steve Jobs dafür zu danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet. Versammeln Sie jetzt täglich Ihre Mitarbeiter zum Gemeinschaftsgebet – oder ernsthaft gefragt: Haben sich Ihre Erwartungen in das iPad bislang erfüllt, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht?

Romanus Otte: Der Auftritt Matthias Döpfners in der Talkshow Charlie Rose, übrigens nach dem Verkaufsstart des iPad in den USA, war natürlich auch mit einem gewissen Augenzwinkern gemeint. Der ernsthafte Kern besteht jedoch darin, dass wir überzeugt sind, dass die neue Generation von Endgeräten für die Verlage viele Möglichkeiten bietet. Auf dem iPad sind wir daher von Beginn an mit drei Apps vertreten. Der Erfolg der App DIE WELT ist überwältigend. Die Verkaufszahlen der App THE ICONIST liegen weit über unseren Erwartungen. Und unser iKiosk mit den digitalen Originalausgaben der Zeitungen läuft als Ergänzung ebenfalls sehr gut. Für Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und langfristige Prognosen ist es allerdings noch viel zu früh. Wir stehen erst am Anfang – in jeder Hinsicht.

blogmedien: Bislang halten sich deutsche Verlage mit Auskünften über die Zahlen von abgeschlossenen Abos für iPhone- und iPad-Applikationen sehr zurück. Lässt das nicht die Vermutung zu, dass der Absatz der kostenpflichtigen Abos eher schleppend verläuft? Können Sie denn inzwischen Zahlen für die Welt-Applikationen nennen, die als reguläre Abonnements für 2,99 Euro bzw. für 4,99 Euro mit PDF der „Welt Kompakt“ pro Monat abgesetzt wurden?

Romanus Otte: Ich bitte hier um Verständnis: Alle Verlage, auch wir, befinden uns mit unseren Apps in einer Experimentierphase. Wir lernen täglich dazu, nehmen Hinweise unserer Kunden auf, lernen die Möglichkeiten der Geräte besser kennen. Die Vermutung, dass der Absatz der kostenpflichtigen Apps „eher schleppend“ laufe, lässt sich daraus weder logisch ableiten, noch wäre sie zutreffend. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Wir haben mittlerweile mehr als 200.000 iPhone-Apps von BILD und WELT verkauft. Die Zahl der regelmäigen Nutzer liegt deutlich über unseren Erwartungen. Ich habe an anderer Stelle bereits gesagt, dass die Wandlung deutlich zweistellig ist.

blogmedien:Sie stellen immer noch ein – wie ich finde – sehr ordentliches mobiles Internetangebot für „Die Welt“ kostenfrei zur Verfügung. Womit können Sie mich und andere zum Wechsel auf die kostenpflichtige Applikation überreden?

Romanus Otte: Die Applikationen der WELT auf dem iPhone und iPad bieten zum einen Inhalte, die sie nur dort finden, nehmen Sie die Ressorts „Geschichte“ und „Welt Reporter“. Auf dem iPhone bietet die App der WELT auch zusätzliche Dienste und Funktionalitäten an, sowie eine auf das iPhone optimierte Nutzerführung und Ästhetik. Auf dem iPad kommt etwas anderes hinzu: Die Zielgruppe der App sind nicht in erster Linie die Nutzer von Nachrichtenseiten, sondern Zeitungsleser. Die WELT-App für das iPad ist ein abgeschlossenes Produkt, sie bietet Anfang, Ende, eine immer gleiche innere Ordnung. Die WELT ist die Zeitung für das iPad. Ihr Produktversprechen lautet „Die ganze Welt in 100 Geschichten“. Ihr Motto lautet: „Stellen Sie sich vor, sie kaufen eine Zeitung, aber diese ist immer aktuell“.

Hinweis: Die Fragen wurden schriftlich per E-Mail übermittelt und per Rückmail von Romanus Otte beantwortet. Fragen und Antworten werden hier vollständig wiedergegeben.

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