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MediathekApp off – ARD-Livestream (noch nicht ganz) on

4. Januar 2013 | Während die MediathekApp am Donnerstag „abgeschaltet“ wurde, ging die ARD mit einem neuen Livestream für „Das Erste“ ins Netz und verbreitete gleichzeitig ihre erste Falschmeldung im Jahr 2013.

Ärgerlich ist, dass die “MediathekApp” am Donnerstag eingestellt wurde. Über diese Software konnte man in der Vergangenheit einzelne Beiträge und ganze Sendungen aus öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen nicht nur zeitversetzt anschauen, sondern auch auf den eigenen Mac herunterladen. Bei Twitter teilte der Entwickler und Betreiber lediglich mit, dass der Betrieb aus rechtlichen Gründen eingestellt werden musste.

Zufall – oder nicht? Ebenfalls am Donnerstag kündigte “Das Erste” per Pressemitteilung an, dass “das komplette Programm ab sofort online und auch mobil abrufbar” sei. Das war ganz offensichtlich die erste Falschmeldung der ARD im Jahr 2013. Richtig ist, dass es jetzt zwar einen Livestream gibt über den auch zeitversetzt frühere Sendungen für Computer und in der mobilen Version für Smartphones und Tablets in ordentlicher technischer Qualität zur Verfügung stehen, vom “kompletten Programm” kann allerdings nicht die Rede sein. Für eine Reihe von Sendungen, zum Beispiel US-Serien und Spielfilme, hat die ARD überhaupt keine Streaming-Rechte. Als ich mir beispielsweise am späten Donnerstagabend den US-Spielfim “Zeiten des Aufruhrs” mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet auf das iPad “streamen” lassen wollte, wurde ich vertröstet: “Dieser Beitrag steht Ihnen aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung. In Kürze geht es weiter.”

Nun gut. Die ARD hat es zumindest endlich geschafft, Teile ihres Programmangebots auch für die mobile Nutzung verfügbar zu machen. Wenn es die App-Designer jetzt auch noch schaffen würden, die Navigation so übersichtlich zu gestalten, wie es beispielsweise die Mainzelmänner seit geraumer Zeit in ihrer Mediathek vormachen, gebe es einen Grund dafür, dass ich die Zwangsabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Höhe von 17,98 Euro pro Monat (offiziell seit 1. Januar “Rundfunkbeitrag”) mit etwas weniger Groll entrichte.

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