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Kosten für die VolksBILDung

Deutschland in der Zerreißprobe: blogmedien legt den ersten regionalen „Armutsatlas“ über die Verkaufspreise für das Zentralorgan der Deutschen vor.

Quellen: Grafik Paritätischer Gesamtverband – Preise BILD: Pressstelle der Axel Springer AG

19. Mai 2009 | „Ab wann bin ich arm?“ fragte BILD am Dienstag auf der Titelseite und kündigte damit die umfangreiche eigene Berichterstattung über die am Tag zuvor veröffentlichte Armutsstudie des Paritätischen Gesamtverbands an.

Die Antwort könnte vereinfacht auch so lauten: Fast überall da, wo die BILD-Zeitung weniger als 60 Cent am Kiosk kostet. Zum Beweis haben wir den – auch in BILD veö?ffentlichten – „ersten regionalen Armutsatlas“ um die Verkaufspreise des Blattes ergänzt – und damit erstmals flächendeckend die Kosten für die VolksBILDung in der Bundesrepublik Deutschland eindrucksvoll dokumentiert.

Die Recherche war übrigens gar nicht so einfach. Welche der insgesamt 26 Regionalausgaben von BILD wie viel kostet, wird auf der Website der Axel Springer AG nämlich nicht verraten. Im Gegenteil – die Angaben sind sogar widersprüchlich: Bei der allgemeinen Vorstellung der BILD-Zeitung heißt es: „Copypreis 0,50 – 0,60 ? (regional unterschiedlich)“. Unter „Informationen für Anzeigenkunden und Mediaplaner“ ist nachzulesen: „Copypreis 0,40 – 0,60 Euro“. Also haben wir bei einer netten Dame in der Springer-Pressestelle nachgefragt, die für uns schließlich herausfand:

Alte Bundesländer: 0,60 Euro | Neue Bundesländer: 0,50 Euro | Ausnahmen: Halle 0,40 Euro |  Berlin 0,60 Euro

Verglichen mit den Ergebnissen der Armutsstudie sind allerdings in Springers Preispolitik einige soziale Härten unübersehbar. So müssen beispielsweise die „armen“ Bremer mit 60 Cent genau soviel für die VolksBILDung ausgeben, wie die vermeintlich „reichen“ Schwaben. In Halle gibt’s die BILD dagegen zum Schnäppchenpreis von 40 Cent. Vielleicht ist das ja auch nur Schmerzensgeld…

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