Medien

Kicker mit Brett vorm Kopf

Der Start in die neue Fußballsaison ist dem ZDF ziemlich missglückt. Statt packender Nahaufnahmen gab’s am Montagabend vor allem kopflose Spieler zu sehen. 

21. Juli 2009. Es gab Zeiten, da standen bei Fußballübertragungen noch die Akteure im Mittelpunkt des Fernsehbildes, auch – und gerade bei Nahaufnahmen. Spätestens seit Montagabend müssen wir uns wohl vermehrt an kopflose Kicker gewöhnen. Beim Supercup-Spiel zwischen dem Deutschen Meister VFL Wolfsburg und Pokalsieger Werder Bremen (1:2) wurden die Köpfe der Fußballer bei Nahaufnahmen zumeist durch ein grafisches Ensemble aus ZDF-Logo, Spielzeitanzeige und Zwischenergebnis verdeckt.

Mag sein, dass sich die Sportredaktion in Mainz durch die voluminöse optische Ausstattung der heute-Kollegen für das blödsinnige Bild-Layout bei Fußballübertragungen inspirieren ließ. Zumindest hätten die Kameraleute vorab über die grafischen Neuerungen informiert werden müssen. Die filmten vor allem bei Nahaufnahmen die Spieler so, wie sie es schon immer gemacht haben – mit den Köpfen im oberen Bildteil. Ein fataler Fehler. Weil dazu in der Bildregie ganz offensichtlich Praktikanten Dienst hatten, kamen bei den Zuschauern daheim Mertesacker, Frings, Misimovic und Co. häufig mit einem Brett vor dem Kopf an. Dafür wurden die Fußballfans ständig und unübersehbar über den aktuellen Zwischenstand informiert. Aber auch der wurde wiederholt noch ein zweites Mal ins Bild gerückt. Sicherheitshalber noch größer und damit auch gut lesbar, selbst für die Kernzielgruppe der Mainzelmänner im sichtlich fortgeschrittenen Alter.

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