Medien

Gewinner: „taz“ – Verlierer: „Bild“

Der Bundesgerichtshof „kassierte“ die Urteile der Vorinstanzen gegen einen Werbespot. Jetzt darf „Kalle“ am Kiosk wieder die „taz“ rausrücken.

1. Oktober 2009. Manchmal dauert es bis zum Happy End etwas länger. Im Falle des juristischen Streits um einen Werbespot der „taz“ immerhin vier Jahre. Im Oktober 2005 hatten Anwälte der Axel Springer AG die „taz“ aufgefordert, eine Kinowerbung aus dem Verkehr zu ziehen, in der ein vermeintlich typischer „Bild“-Leser herrlich veralbert wird.

Weil sich die „taz“-Werbeleitung damals stur stellte, zog Springer vor Gericht und gewann zunächst im April 2006 vorm Landgericht Hamburg. Das Urteil, das den Einsatz des Werbespots untersagte, wurde im Juli 2007 vom Oberlandesgericht Hamburg sogar bestätigt.

Völlig anders sahen es dagegen die Richter am Bundesgerichtshof. Mit ihrem heutigen Urteil „kassierten“ sie die Entscheidungen der Vorinstanzen. Jetzt darf „Kalle“ am Kiosk wieder die „taz“ rausrücken und die „Bild“-Redaktion hätte eigentlich Stoff für ihre Rubrik auf der Titelseite der Freitagsausgabe: Gewinner: „taz“ – Verlierer: „Bild“.