Medien

Die Sache mit den Google-Ads

Wenn Kleinanzeigen für Blogbetreiber und Protagonisten peinlich werden. ERGäNZUNG am Ende: Wie sich Blogbetreiber und Nutzer gegen Betrüger wehren können. 

6. August 2009. Gleich in mehreren E-Mails wurde ich darauf hingewiesen, dass zu dem am Dienstag veröffentlichten Beitrag über Abzockereien von USA-Reisenden ausgerechnet Google-Ads für solche Betrüger bei blogmedien platziert wurden. Das ist mir als Blogbetreiber höchst peinlich, zumal mich ein Leser sogar der Komplizenschaft mit diesen Abzockern bezichtigte.

Solche Mitteilungen machen allerdings deutlich, dass längst noch nicht allen Internetnutzern klar ist, dass Blog- und Websitebetreiber keinen Einfluss auf die Auswahl und Inhalte von Google-Ads nehmen können. Es ist deshalb durchaus zu überlegen, die Textanzeigen ganz aus blogmedien zu verbannen. Im konkreten Fall der Betrügereien mit USA-Reisenden habe ich zunächst einen nicht zu übersehenden Hinweis zu Beginn des Beitrag platziert.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher inhaltlichen Genauigkeit Google-Ads immer wieder platziert werden. Zum Beitrag „Zeckenalarm bei Antenne Thüringen“ werden beispielsweise Wundermittel gegen Zecken propagiert. Neben dem redaktionellen Hinweis auf das „Pons-Online-Wörterbuch“ sind Textanzeigen von Fremdspracheninstituten zu finden. Ob immer seriös – oder nicht, bleibt dahingestellt.

Manchmal fragt man sich allerdings verwundert, ob Google auch sehen und gar riechen kann? Zu einem wenig schmeichelhaften Blogeintrag über den Ex-CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer samt Screenshot von einem Auftritt bei „Kerner“ erschienen mehrere Textanzeigen für Haarwuchsmittel, was durchaus logisch – und damit auch irgendwie lustig ist. Dass zum Meyer-Artikel zeitweise auch noch für ein Mittel gegen Mundgeruch geworben wurde, war dagegen eher peinlich, nicht nur für den Protagonisten des Berichts, sondern auch für mich als Verfasser.

Nachtrag am 10. August 2009: Zu diesem Beitrag habe ich eine sinnvolle Ergänzung von Hans-Peter Kraus, Website Gebühren-Igel, erhalten, die ich gern weitergebe:

Sie können Anzeigen auch sperren – im AdSense-Zugang unter AdSense-Setup und dort Filter für Konkurrenzanzeigen. Es dauert allerdings ein paar Stunden bis die Sperre wirksam wird. Leser können natürlich nicht erwarten, dass man ständig Patrouille geht, aber in Einzelfällen sollte man schon im Eigeninteresse Anzeigen kicken. Denn wer mal auf eine zwielichtige Anzeige geklickt, wird vielleicht davon Abstand nehmen, Werbung anzuklicken. Für Leser gibt’s übrigens auch eine Möglichkeit, auf Betrüger hinzuweisen, indem man auf das Wort Google-Anzeigen klickt in der Werbeleiste. Auf der Seite, die dann erscheint, kommt unten ein Link ‚Senden Sie Google Ihren Kommentar zu der Website oder den Anzeigen, die Sie gerade gesehen haben‘. Das kann man natürlich auch selbst nutzen, um grundsätzlich mit solchen Sachen aufzuräumen.

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