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„Das ist eine revolutionäre Arbeit“

Hohe Auszeichnung für Tino Kreßner: Am Mittwochabend erhielt der Mittweidaer Medienstudent in Frankfurt am Main den Nachwuchspreis der „Horizont-Stiftung“ für seine Bachelorarbeit zum Thema „Marketing 2.0“.

Ausgezeichneter Medienstudent Tino Kreßner

22. Januar 2009 | Da steht nun der 23jährige auf der riesigen Bühne des Frankfurter Schauspiels. Freundlich lächelnd, ein wenig verlegen – einfach sympathisch, so wie ihn Professoren, Mitarbeiter und vor allem seine Kommilitonen im Fachbereich Medien an der Hochschule Mittweida kennen und schätzen. Als Tino Kreßner von Michael Conrad, Präsident der Berlin School of Creative Leadership, den Nachwuchspreis der „Horizont-Stiftung“ überreicht bekommt, gibt’s kräftigen Beifall von den rund 1.000 Gästen, darunter viele Topmanager und Entscheider der deutschen Kommunikations- und Werbebranche wie FOCUS-Chef Helmut Markwort, Springer-Vorstand Andreas Wiele und Ex-Premiere-Chef Georg Kofler.

Ausgezeichnet werden von der Fachzeitschrift „Horizont“ an diesem Abend weiterhin RTL-Chefin Anke Schäferkordt als „Medienfrau des Jahres“, Peter Figge, Gründer der Hamburger Werbeagentur „Tribal DDB“ sowie der Geschäftsführer des Gütersloher Hausgeräteherstellers „Miele“, Reinhard Zinnkann, als besonders erfolgreiche Agentur- bzw. Marketingmänner des Jahres 2008. Der preiswürdige Nachwuchs kommt derweil aus Sachsen. Neben Kreßner erhält die Leipziger Wissenschaftlerin Dr. Christiane Springer einen Förderpreis in Höhe von 7.500 Euro für ihre Dissertation zum Thema „Multisensuale Markenführung“.

In seiner Laudatio hatte Conrad zuvor Tino Kreßners Bachelorarbeit, für die er an diesem Abend ausgezeichnet wird, als „eine revolutionäre Arbeit“ bezeichnet. Die hochrangig besetzte Jury würdigte vor allem die „fundierte Praxisnähe“ in Kreßners Ausführungen. In seiner Bachelorarbeit, die er Ende 2007 zum Abschluss seines Studiums der Medientechnik im Fachbereich Medien an der Hochschule Mittweida unter dem Titel „Marketing 2.0“ eingereicht hatte, geht er der Frage nach „wie das Internet die Kommunikation zwischen Produzenten und Konsumenten verändert“. Dazu führt er nachvollziehbare Beispiele aus der Filmvermarktung an.

Erfahrungen damit hatte Tino Kreßner damals schon selbst gemacht. Noch mehr – gemeinsam mit seinen Kommilitonen Fabian Schmidt, Alexander Schulz und Christian Abel – alle Medientechnikstudenten des Jahrgangs 2004 an der Hochschule Mittweida – drehte er im Sommer 2007 das Roadmovie „Mitfahrgelegenheit“. Es ist das erste interaktive Filmprojekt in Deutschland. Besucher der Website Filmtrip.de konnten seinerzeit über die Besetzung der beiden Hauptrollen entscheiden, sich an der Weiterentwicklung des Drehbuchs beteiligen und die Produktion des Spielfilms in Deutschland, Frankreich und Spanien jederzeit über das Internet mitverfolgen.

Inzwischen ist die „Mitfahrgelegenheit“ in zahlreichen Programmkinos gelaufen und wird demnächst auf DVD erscheinen. Über eine Ausstrahlung im Fernsehen gab es bereits erste Gespräche. Aus dem studentischen Film- und Internetprojekt sind derweil professionelle Unternehmen entstanden. Gemeinsam mit Schulz und Schmidt hat Tino Kreßner die Kommunikationsagentur „Hivex GmbH“ und die Medienagentur „img-medien“ in Dresden gegründet.

Bevor er sich diesen Aufgaben voll und ganz widmen kann, muss er noch die Master Thesis zum Abschluss seines Masterstudiums für Information- and Communication Science im Fachbereich Medien an der Hochschule Mittweida fertigstellen. Wer Kreßner kennt weiß, dass er sich auch diesmal nicht mit der pflichtgemäßen Abarbeitung irgend eines Kommunikationsthemas zufrieden geben wird. Wahrscheinlicher ist wohl, dass auch seine zweite wissenschaftliche Abschlussarbeit eher „revolutionär“ sein wird.

Tino Kre?ner gehört nun einmal zu den herausragenden Studenten des Fachbereichs Medien, davon ist auch Professor Ludwig Hilmer überzeugt, der die Nachricht von der renommierten Auszeichnung für seinen „Schützling“ mit großer Freude zur Kenntnis nahm: „Tino Kreßner steht für einen Typ von Studierenden, den das Mittweidaer Modell der Medienausbildung braucht. Er verschreibt sich den Zukunftsperspektiven seiner Branche, pflegt aber klassische Medientugenden: kritische Neugier, Fleiß, Kreativität und Beharrlichkeit.“

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