Medien

Auf dem Weg zum Schweinegipfel

12. November 2009 | Während sich „Bild“ noch mit dem – selbst mit angezettelten – „Impf-Chaos“ herumplagt, hat „News“ bereits den „Super-Virus“

Die „schlechte Nachricht“ verbreitete „Bild“ am Donnerstag auf der Titelseite: „Nicht alle Deutschen können 2009 geimpft werden.“ Abgesehen davon, dass sich die meisten Deutschen trotz aller Panikmache ihres Zentralorgans nach wie vor nicht gegen die so genannte Schweinegrippe impfen lassen wollen, hat diese Nachricht mal wieder wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler werden bis zum Jahresende höchstens 20 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, bis Ende März des kommenden Jahres sollen es dann 50 Millionen sein – und selbst diese Menge dürfte nicht für „alle Deutschen“ reichen.

Also müssen sich „Bild“-Leser wohl bis weit ins nächste Jahr hinein auf das tägliche „Impf-Chaos“ in ihrem Blatt einstellen. Es sei denn, dass die Redakteure eine Idee ihrer Kollegen vom österreichischen Wochenmagazin „News“ übernehmen, um die Leser auf dem Weg zum Schweinegipfel bei der Stange zu halten. Die „News“-Macher haben inzwischen den „Super-Virus“ fest im Visier, „eine Mischung von Schweine- und Vogelgrippe.“

Auch bei der Bekämpfung der „ganz normalen“ Schweinegrippe können die „Bild“-Leute noch einiges von „News“ lernen.  Zumindest entsteht dieser Eindruck durch den Aufmacher der „News“-Ausgabe vom 5. November: „So schützen wir unsere Kinder!“ Im Inneren des Heftes wird aus dem Ausrufe- allerdings ein Fragezeichen: „Wie gefährdet sind unsere Kinder?“ Aber auch diese Frage kann niemand so genau beantworten, nicht einmal der eigens konsultierte Niki Lauda: „Wir lassen unsere Zwillinge nicht impfen. Man kann eine Schweinegrippe-Infektion auch vermeiden.“ Vielleicht durch die regelmäßige Lekü?re von „Bild“, News“ und Co.

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