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Als Piraten noch Radio machten

Am Donnerstag startet in deutschen Kinos die britische Komödie „Radio Rock Revolution“. Ähnlichkeiten mit dem legendären Radio Caroline sind nicht „rein zufällig“.

14. April 2009. Das waren noch Zeiten Mitte der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Von Piraten, die Schiffe, Kapitäne und deren Besatzungen kaperten, um Lösegeld zu erpressen, war damals keine Rede. Dafür machten Piratensender Furore, zumindest in Großbritannien und auch in den Niederlanden. Radio Caroline war der bekannteste dieser Seesender, die außerhalb der Drei-Meilen-Zone vor Anker lagen und über die quäkende Mittelwelle Pop, Rock und flotte Discjockey-Sprüche Richtung britische Inseln und europäisches Festland ausstrahlten. Die Geschichte von Caroline ist streckenweise Vorbild für die Filmkomödie „Radio Rock Revolution“, die am 16. April in deutschen Kinos startet.

Der anstehende Filmstart war auch Anlass für eine Reihe von Veröffentlichungen über die Geschichte der Piratensender, darunter auch einiger Blödsinn. Mir hat das Stück von Wolf-Dieter Roth bei Radioszene gut gefallen, weil er die Filmhandlung mit der damaligen Piraten-Wirklichkeit abgleicht, ohne dabei gleich jeden chronistischen Fehlgriff im Drehbuch anzuprangern. Er kommt zum Schluss: „Der Amüsierfaktor des Films ist jedoch hoch.“ Weniger nachsichtig geht Filmkritiker Philip French im britischen Observer mit „The Boat That Rocked“ (englische Originaltitel des Films) um: Regisseur Richard Curtis habe das faszinierende Piratenradio der 60er Jahre in eine kindlich-alberne Posse verwandelt. Immerhin – so French zum Trost – in dem 2 Stunden und 15 Minuten langen Film sind zumindest 54 Golden Oldies auszugsweise zu hören: Kinks, Hollies, Procol Harum…

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