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Bunter NDR-Salat

Der Norddeutsche Rundfunk hat angeblich einen „neuen Internetauftritt“ und ein ganz tolles Rezept für „Bunten Kartoffelsalat“

07-05-09-ndr-salat.jpg9. Mai 2007. „NDR mit neuem Internetauftritt“ steht über einer Pressemitteilung, die von der Anstalt des öffentlichen Rechts am 7. Mai herausgegeben wurde, eigentlich aber gar keine Neuigkeiten enthält. Dass beispielsweise über NDR.de die Hörfunkprogramme „seit einiger Zeit als Live-Stream“ zu empfangen sind, ist schließlich keine neue Errungenschaft, sondern verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Anstalt, die immerhin seit dem 1. Januar „Rundfunkgebühren für neuartige Empfangsgeräte“ beansprucht. Wer allerdings die 5,52 Euro zahlen muss – und wer nicht – wissen die NDR-Leute selbst nicht so genau.

In der Rubrik „Rundfunkgebühren“ des „neuen Internetauftritts“ gibt’s vermeintlich gute Nachrichten für Unternehmen und Selbständige: „Ab 1.1.2007 bleiben PCs im gewerblichen Bereich weiter von der Rundfunkgebührenpflicht befreit, wenn gleichzeitig herkömmliche Hörfunk- und Fernsehgeräte bereitgehalten werden.“ Da wäre ja jeder Selbstständige ganz schön blöd, wenn er nicht neben seinen PC auch noch das alte Kofferradio aufstellt. Dass solche Geräte natürlich angemeldet sein müssen, wird nicht erwähnt. Falsch ist auch die Auskunft „ein Unternehmen, ein Gewerbebetrieb oder ein Selbständiger kann für bereitgehaltene Internet-PCs also allenfalls mit einem Betrag von 5,52 Euro im Monat belastet werden.“ Blödsinn, denn „bekanntlich wird grundstücksweise abgerechnet. Mehrfachbelastungen von Unternehmen und Selbständigen sind durchaus drin“, müssen sich die NDR-Leute von Hans-Peter Kraus korrigieren lassen. Der Gebührenkritiker hat auf seiner Website Gebühren-Igel weitere Ungereimtheiten im „neuen Internauftritt“ aufgeführt, mit dem sich der NDR nach eigenen Angaben „fit für die Zukunft“ machen will.

Immerhin – neben „aktuellen Meldungen“, „umfassenden Dossiers“ und „Hintergrundberichten“ – bietet der NDR eine „online recherchierbare Datenbank mit über 4.000 Kochrezepten sowie Videos, in denen Spitzenköche zeigen, wie auch komplizierte Menüs garantiert gelingen”. Zum Beispiel „Bunter Kartoffelsalat“: „Die Kartoffeln als Pellkartoffeln getrennt abkochen und in fingerdicke Scheiben schneiden…“ Da besteht allerdings noch reichlich Koordinierungsbedarf zwischen den ARD-Anstalten. Beim WDR müssen die Kartoffeln nicht in Scheiben, sondern in Würfel geschnitten werden und beim Südwestrundfunk wird mit Kartoffeln ohne Pelle gekocht. Die nächste ARD-Planstelle ist da schon in Sicht: „Bunter-Kartoffelsalat-Koordinator“, finanziert aus der „Rundfunkgebühr für neuartige Empfangsgeräte.“