Main menu:






Suchen



Rubriken

Archiv

Zorniger Kollege

Die internationale Finanzkrise geht an die Nerven. Nach Bankmanagern und Börsianern zeigen jetzt auch Berichterstatter Emotionen. In diesem Fall völlig zu Recht.

Franz Zink - Screenshot heute-Journal, 17.10.0818. Oktober 2008. Im heute-Journal am Freitagabend verlor der sonst eher moderate ZDF-Börsenexperte Franz Zink kurzzeitig die verbale Contenance als er von Moderator Claus Kleber auf den Boni-Verzicht des Vorstands der Deutschen Bank angesprochen wurde. Bevor der “zornige Kollege” aus der ZDF-Mediathek verschwindet, haben wir die lohenswerte Passage hier vorsichtshalber dokumentiert.

Kleber: Nun haben wir heute Meldungen bekommen, dass der Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann und sein gesamter Vorstand und Aufsichtsrat dieses Jahr auf ihre Boni verzichten. Das geht um Millionen – heißt es. Was ist davon zu halten?

Zink: Also egal Klaus, mit wem man spricht, nur blankes Entsetzen, Beschämung, Fassungslosigkeit. Offenbar haben die Deutsche Bank-Manager jegliche Bodenhaftung verloren. Während Deutschlands Steuerzahler in einem nie gekannten Ausmaß für die Fehlleistungen der Banken bluten müssen, glauben diese Herren mit der Verteilung von ein paar ihrer Prämien-Millionen an verdiente Mitarbeiter den Beifall der Nation verdient zu haben. Was Ackermann und Kollegen uns als Zeichen der Solidarität verkaufen wollen, ist nichts weiter als eine billige PR-Masche. Billig, weil es sie nicht viel kostet. Billig, weil sie nicht wirklich verzichten. Weil Aktiengewinne im Keller sind, kriegen sie sowieso viel weniger. Ein bisschen Geld jetzt also für Mitarbeiter. Aber – eine Beleidigung für alle, die wegen der Finanzkrise um ihre Existenz bangen müssen.

Kleber: Und so sind wir im Kommentar. Die Auffassung von Franz Zink. Dankeschön und ein ruhiges Wochenende.

Dem Dank schließt sich blogmedien gern an.