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Vorhang auf — Smartphones an

26. Juli 2016 | In New York steht und sitzt zur Zeit Daniel Rad­cliffe auf der Bühne des Public Thea­ters. Unsere Toch­ter Julia hatte das Glück, wäh­rend ihres Besuchs im “Big Apple” gemein­sam mit unse­rer Freun­din Gisela an ein Ticket für das unge­wöhn­li­che Stück “Pri­vacy” mit dem Ex-Harry Potter-Darsteller zu gelangen.

“Pri­vacy” wird noch bis zum 14. August im Public Thea­ter in Man­hat­tan auf­ge­führt | Bild­ma­te­rial inkl. Titel­bild: The Public Thea­ter (Twitter)

Das ist schon unge­wöhn­lich für eine Thea­ter­auf­füh­rung. Zu Beginn wird das Publi­kum auf­ge­for­dert: “We please ask that you turn your cellp­ho­nes on.” In dem Stück “Pri­vacy” geht es um die moderne Über­wa­chungs­ge­sell­schaft und die ste­tige Ein­schrän­kung der Pri­vat­sphäre, die von vie­len in Kauf genom­men wird, weil Google, Face­book und Co. im Gegen­zug mit zumeist kos­ten­freien Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten, Ser­vice– und Spiele-Angeboten die Nut­zer anlo­cken. Die Kri­ti­ken für das Stück von James Gra­ham sind nahezu eupho­risch: Für Ben Brant­ley, Kri­ti­ker der New York Times, ist es eines der zur­zeit bes­ten Stü­cke weil es “makes you say ‘WOW’ again & again!”

Julia ist zur­zeit in Man­hat­tan und hat mit unse­rer Freun­din Gisela das Stück “Pri­vacy” mit Daniel Rad­cliffe besucht.

Für Julia gab’s gleich zwei gute Gründe, warum sie unbe­dingt das Stück sehen wollte:  In ihrem münd­li­chen Englisch-Abitur hat sich unsere Toch­ter erst vor weni­gen Wochen mit dem man­geln­den Inter­esse in wei­ten Tei­len der US-Bevölkerung an den Ent­hül­lun­gen des Whistle Blo­wers Edward Snow­den (übri­gens sehr erfolg­reich) beschäf­tigt. Zudem hat mit dem frü­he­ren Harry Potter-Darsteller Daniel Rad­cliffe ein Idol ihrer Kind­heit eine der Haupt­rol­len in dem expe­ri­men­tel­len Stück über­nom­men. Tickets für so ein begehr­tes Stück, dazu noch mit her­aus­ra­gend pro­mi­nen­ter Beset­zung, sind in New York nur schwer zu ergat­tern. Für Gisela und Julia hat sich das hart­nä­ckige War­ten in der Schlange vor der Thea­ter­kasse am Sonn­tag­nach­mit­tag schließ­lich doch noch aus­ge­zahlt. Nach­dem die letz­ten Tickets ver­grif­fen waren, beka­men sie noch zwei Plätze von Gäs­ten, die ihre reser­vier­ten Kar­ten nicht recht­zei­tig abge­holt hatten.

Noch außer­ge­wöhn­li­cher als das Stück “Pri­vacy” ist der Spiel­ort. Das Public Thea­ter an der Laf­ayette Street, zwi­schen den Stadt­tei­len East Vil­lage und Green­wich Vil­lage in Down­town Man­hat­tan,  zählt zu den renom­mier­tes­ten Spiel­stät­ten in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Zur Eröff­nung des Hau­ses gab’s hier im Jahr 1967 die Welt­pre­miere von “Hair”, dem ers­ten Pop-Musical über­haupt. Auch der Musical-Klassiker “A Cho­rus Line” wurde im Public Thea­ter 1975 zum ers­ten Mal auf­ge­führt. Bis heute wur­den Insze­nie­run­gen und Mit­wir­kende mit mehr als 50 Tony Awards, dem wich­tigs­ten Thea­ter­preis in den USA, aus­ge­zeich­net. Immer wie­der zieht es des­halb Schau­spiel­grö­ßen aus Hol­ly­wood an das so genannte Off-Broadway-Theater — wie zur­zeit Daniel Rad­cliffe. Der Brite erhielt für seine schau­spie­le­ri­schen Leis­tun­gen in der Rolle des Schrift­stel­lers in “Pri­vacy” jede Menge Lob von den Kri­ti­kern — dazu auch noch viel Bei­fall von Gisela und Julia.

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