Studieren

Durchgefallen

6. Februar 2015 | Dass Stu­den­ten bei einer Prü­fung durch­fal­len, ist zwar bedau­er­lich, aber nicht außer­ge­wöhn­lich. Wenn aller­dings ein Pro­fes­sor durch die Klau­sur “ras­selt”, ist das schon erklärungsbedürftig.

Vorstellungsgespräch mit Teilnehmern des Master-Studiengangs "Information and Communication Science" an der Hochschule Mittweida
Vor­stel­lungs­ge­spräch mit Teil­neh­mern des Master-Studiengangs “Infor­ma­tion and Com­mu­ni­ca­tion Sci­ence” an der Hoch­schule Mittweida

Nach dem Vor­stel­lungs­ge­spräch am 18. Januar in der gedie­ge­nen Atmo­sphäre des Bespre­chungs­raums in der drit­ten Etage des Zen­trums für Medien und Soziale Arbeit an der Hoch­schule Mitt­weida (dort, wo sonst Dekan und Pro­fes­so­ren zusam­men­sit­zen, um weg­wei­sende Ent­schei­dun­gen für die Zukunft unse­rer Fakul­tät zu tref­fen) war ich noch guter Hoff­nung, dass es mit mei­nem ver­meint­li­chen Traum­job als Pro­gramm­chef des säch­si­schen Radio­sen­ders “R.SA” klap­pen könnte. Zwei Wochen spä­ter kam für mich dann die Ernüch­te­rung: In der schrift­li­chen Emp­feh­lung spra­chen sich alle 13 Per­so­nal­be­ra­ter (dar­un­ter 12 Damen) gegen meine Ver­pflich­tung aus. Also werde ich wohl die letz­ten bei­den Jahre bis zu mei­nem plan­mä­ßi­gen Ein­tritt ins Ren­ten­al­ter der Fakul­tät Medien erhal­ten blei­ben, was vor­aus­sicht­lich zu Begeis­te­rungs­stür­men im Pro­fes­so­ren­kol­le­gium füh­ren füh­ren dürfte.

Okay, die Sache muss natür­lich noch auf­ge­klärt wer­den: Das ganze Sze­na­rio gehörte zum Modul “Per­so­nal” des Master-Studiengangs “Infor­ma­tion and Com­mu­ni­ca­tion Sci­ence”. Die Stu­den­ten hat­ten zunächst den Auf­trag, ein Vor­stel­lungs­ge­spräch mit dem “Kan­di­da­ten” Mül­ler vor­zu­be­rei­ten und durch­zu­füh­ren. Auf Grund­lage der eige­nen Recher­chen über den Bewer­ber und den gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen aus dem Vor­stel­lungs­ge­spräch, musste dann in der Prü­fung eine schrift­li­che Emp­feh­lung für oder gegen meine Ver­pflich­tung als Pro­gramm­chef bei “R.SA” erstellt wer­den. Die Argu­mente, die gegen mich spra­chen, wur­den nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt: Neben der – aus Sicht der Stu­den­ten – über­zo­ge­nen Gehalts­for­de­rung (60.000 Euro pro Jahr), war vor allem meine nicht über­zeu­gend dar­ge­legte Affi­ni­tät zum Berichts­ge­biet aus­schlag­ge­bend für die “Abfuhr”. Zumin­dest attes­tier­ten mir die Stu­den­ten, dass ich neben “einem all­ge­mein guten Auf­tre­ten” auch noch “unter Beweis gestellt” habe, ein “guter Ken­ner der Radio­bran­che” zu sein…

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