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Mit Fiat und Viagra zum Super Bowl

2. Februar 2015 | Wäh­rend die New Eng­land Patri­ots die Seat­tle Sea­hawks im Finale der Natio­nal Foot­ball Lea­gue (NFL) am Sonn­tag knapp besieg­ten, mutierte in der Pause ein klei­ner Fiat 500 dank der blauen Pille zum viel bestaun­ten 500 X Crossover.

Etwa 4,5 Mil­lio­nen US-Dollar muss­ten Wer­be­kun­den für einen 30 Sekunden-Spot wäh­rend der Super Bowl-Übertragung 2015 an das us-amerikanische TV-Network NBC über­wei­sen, berich­tet CNN. Dafür beka­men sie einen der (zu) weni­gen begehr­ten Wer­be­plätze und mehr als 100 Mil­lio­nen Zuschauer, allein in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Die eigens für die Über­tra­gung der welt­weit größ­ten Sport­ver­an­stal­tung kon­zi­pier­ten Spots haben längst — ähn­lich dem Match selbst — Kult­sta­tus erlangt. Schon Tage vor dem “Super Bowl Sun­day” wer­den die zwi­schen 30 und 60 Sekun­den lan­gen Videos in Sozia­len Medien wie Face­book oder YouTube plat­ziert, was für zusätz­li­che Ver­brei­tun­gen der Wer­be­bot­schaf­ten sorgt — und das quasi zum Nulltarif.

So wurde das vom kali­for­ni­schen Smartphone-Device-Hersteller Mophie bei YouTube ein­ge­stellte Video “All-Powerless” inner­halb von drei Tagen bis zur Ver­öf­fent­li­chung die­ses Bei­trags bereits rund 2,2 Mil­lio­nen mal auf­ge­ru­fen. In dem eine Minute lan­gen Spot las­sen die krea­ti­ven Wer­be­fil­mer mal eben die ganze Welt zusam­men­bre­chen, um die Not­wen­dig­keit von Ersatz-Akkus unter Beweis zu stel­len. Wo auf­wen­dige Aus­stat­tun­gen und aus­ge­kü­gelte tech­ni­sche Tricks nicht aus­rei­chen, müs­sen Pro­mis ‘ran. Für den korea­ni­schen Auto­her­stel­ler KIA durfte sich Ex-007 Pierce Brosnan noch ein­mal so rich­tig ins Zeug legen.

Bei der Kon­zep­tion der Spots spie­len pla­ka­tive Dar­stel­lungs­for­men, in denen Kon­sum­gü­ter oder Dienst­leis­tun­gen im Mit­tel­punkt ste­hen, kaum noch eine Rolle. Viel­mehr wer­den zumeist mit gro­ßem Auf­wand pro­du­zierte Geschich­ten erzählt. “Sto­ry­tel­ling” erhält in der Ver­mitt­lung von Wer­be­bot­schaf­ten eine immer grö­ßere Bedeu­tung. So wie beim anrüh­ren­den Spot “Lost Dog”. Erst nach­dem das Mini-Drama um den ent­lau­fe­nen klei­nen Hund zum Happy End führt, wird mit Bud­wei­ser der Auf­trag­ge­ber für zwei Sekun­den ins Bild gerückt. In den 58 Sekun­den zuvor ist weder von Bier die Rede, noch ein “Bud” zu sehen.

Nach eige­nen Anga­ben hat das US-Onlinemagazin Mas­hable alle Wer­be­spots zum Super Bowl 2015 hier auf­ge­führt. Von dort füh­ren auch direkte Links zu den ein­zel­nen Videos bei YouTube.

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