Medien

Denkt ihr, dass Lady Gaga Unterhosen anhat?

14. Februar 2011 | Mit gewohnt fre­chen Sprü­chen und Insider-Infos avan­ciert der US-Radiotalker Howard Stern zum neuen Star der Twit­te­ria in den USA.

Klar, die Ver­lei­hung der Grammy Awards in der ver­gan­ge­nen Nacht war auch ein Thema für Howard Stern. Der “King of all Media” machte sich bei­spiels­weise Gedan­ken dar­über, ob Lady Gaga bei ihrem Auf­tritt im Stap­les Cen­ter von Los Ange­les “Unter­ho­sen” trug.

Nach­zu­le­sen sind Sterns Über­le­gun­gen in sei­nem Twitter-Account, den er erst am 3. Februar in Betrieb nahm. Jeff Jar­vis, der ver­meint­li­che Internet-Guru, rekla­mierte zunächst, dass er Howard Stern zum Twit­tern über­re­det habe. Den Tweet mit der Mit­tei­lung hat Jar­vis inzwi­schen aller­dings wie­der aus sei­nem Twitter-Stream gelöscht, weil einige sei­ner Fol­lo­wer Zwei­fel an der Dar­stel­lung anmel­de­ten. In einem eben­falls am 3. Februar ver­öf­fent­lich­ten Ein­trag ist nun­mehr nach­zu­le­sen: “No, I didn’t get Stern to join Twit­ter; I just joi­ned in the cro­wed urging him.” Das klingt schon anders.

Immer­hin hat die “lebende Radio­le­gende” Stern in den ver­gan­ge­nen 10 Tagen schon 254 Ein­träge ver­fasst und damit bis zur Ver­öf­fent­li­chung die­ses Blog­ein­trags mehr als 260.000 Fol­lo­wer für sich gewon­nen. Damit liegt er fast gleich auf mit dem bri­ti­schen Radio­kol­le­gen Chris Moy­les, der mit gut 270.000 “Abo­nenn­ten” Platz 980 eines welt­wei­ten Twitter-Rankings ein­nimmt. Der Mode­ra­tor der Morningshow bei BBC Radio 1 ist aller­dings schon seit über zwei Jah­ren Mikro­blog­ger und war bis­lang der erfolg­reichste Radio­ma­cher bei Twit­ter weltweit.

Howard Stern wird den Bri­ten wohl bald in der Follower-Statistik über­ho­len, zumal er erst am Wochen­ende mit der Fast-Live-Kommentierung sei­nes Films “Pri­vate Parts” für eini­ges Auf­se­hen in den USA sorgte. Wäh­rend der 1997 gedrehte Strei­fen über den Radio-Talker — in dem Stern selbst die Haupt­rolle spielt — beim Bezahl-Kanal “HBO” lief, gab der Radio­mann via Twit­ter reich­lich Inter­nas von den Dreh­ar­bei­ten öffent­lich preis. Zum Bei­spiel, dass es sich US-Pornostar Jenna Jame­son — sie hatte durch Stern eine Rolle in dem Film bekom­men — am Set rich­tig bequem gemacht habe: “Sie war nackt, sogar am Erfrischungstisch”.

Für seine “Ent­hül­lun­gen” bekam der Twitter-Novize reich­lich Lob von vie­len sei­ner “Fol­lo­wer”: “Stell dich dar­auf ein, dass du wie­der kopiert wirst, Howard. Was du letzte Nacht getan hast, ist eine Neu­de­fi­ni­tion für Twit­ter in der Unter­hal­tungs­in­dus­trie”, ließ ihn @kibbleman per Reply wis­sen. Selbst Internet-Koryphäen wie Peter Kafka waren von Sterns Twitter-Aktion ange­tan: “Howard Stern and Twit­ter Just Made Me Watch ‘Pri­vate Parts’ Again”, schrieb der “Sili­con Val­ley Insi­der” in sei­nem “Media Memo”, das er auf der ange­se­he­nen Platt­form “All Things Digi­tal” am Sams­tag veröffentlichte.

Wenn Howard Stern so wei­ter­macht, könnte er nach sei­nem inzwi­schen viele Jahre anhal­ten­den Erfolg im US-Radio dem­nächst auch zur leben­den “Twitter-Legende” wer­den. Aller­dings muss er dafür noch reich­lich Fol­lo­wer gewin­nen. An der Spitze des Twitter-Rankings von “Twi­taho­lic” steht zur­zeit Lady Gaga mit über 8,1 Mil­lio­nen Anhän­gern. Viel­leicht gibt sie ja noch via Twit­ter Aus­kunft dar­über, ob sie bei der Grammy-Verleihung eine Unter­hose anhatte — oder doch nicht; die zweite Ver­sion würde Lady Gaga ver­mut­lich wei­tere Fol­lo­wer besche­ren. Oder die Pop­diva schickt dem Radio­mann eine ver­trau­li­che “Direct Mes­sage” — via Twit­ter, ver­steht sich.

Ergän­zende Hinweise:

  • Die­ser Bei­trag ent­stand auf Hin­weis aus einem Tweet von Mar­cus­Schuler.
  • Über die “Stärke von Twit­ter” für Radio­ma­cher hatte (meine bes­sere Hälfte) Inge Sei­bel bereits im Dezem­ber einen sehr lesens­wer­ten Bei­trag bei Hoerfunker.de veröffentlicht.
  • Bei Radioszene.de ist ein Bei­trag über den Erfolg (oder Miss­er­folg) der Twit­ter– und Facebook-Aktivitäten deut­scher Radio­ma­cher nachzulesen.
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