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Schwierige Lage für “europäische Grauköpfe”

7. Februar 2011 | Die Lage in Ägyp­ten bleibt unüber­sicht­lich — auch für aus­län­di­sche Jour­na­lis­ten. Völ­lig unter­schied­li­che Erfah­run­gen mach­ten am Sonn­tag die Kor­re­spon­den­ten von ARD und ZDF in Kairo. — Außer­dem: Sehens­wer­tes Fea­ture von “Al Jazeera” über die Rolle der aus­län­di­schen Medien bei den Mas­sen­pro­tes­ten in der ver­gan­ge­nen Woche.

Die Bericht­er­stat­tung in eige­ner Sache hätte am Sonn­tag­abend in den bei­den öffentlich-rechtlichen Kanä­len kaum unter­schied­li­cher sein kön­nen. Im “Welt­spie­gel” schwärmte ARD-Korrespondent Alex­an­der Sten­zel gera­dezu von der Auf­ge­schlos­sen­heit der Ägyp­ter gegen­über aus­län­di­schen Journalisten:

Als Aus­län­der werde ich sehr schnell in ein Gespräch ver­wi­ckelt. Als ich mich noch als Jour­na­list zu erken­nen gebe, steigt die Begeis­te­rung. West­li­che Medien sind sehr will­kom­men, die Demons­tran­ten wol­len, dass die ganze Welt von ihrer Revo­lu­tion erfährt.

Kol­lege Diet­mar Ossen­berg, Lei­ter des ZDF-Studios in Kairo, machte am Sonn­tag dage­gen völ­lig andere Erfah­run­gen wie er per Tele­fon zuge­schal­tet im “heute Jour­nal” schilderte:

Es ist schwie­ri­ger als ich gedacht habe, muss ich ehr­lich sagen. Wir sind unter­wegs gewe­sen mit unse­rer Kamera. Ich habe mich dann zurück­ge­zo­gen — ich sag’ mal so als euro­päi­scher Grau­kopf, weil ich die Leute noch mehr pro­vo­ziert habe. Für die Ägyp­ter, die heute unter­wegs waren, meine Kol­le­gen, war das nicht ganz ein­fach. Sie wur­den lau­fend zur Rede gestellt ‘warum macht ihr das’? und ‘muss das denn sein’? und ‘ihr arbei­tet für die Deut­schen.’ Da hatte die Pro­pa­gan­da­kam­pa­gne des ägyp­ti­schen Fern­se­hens — die aus­län­di­schen Medien sind an allem Schuld -  abso­lut Erfolg gehabt.?

Über die Rolle der aus­län­di­schen Medien wäh­rend der Mas­sen­pro­teste in Ägyp­ten in der ver­gan­ge­nen Woche berich­tet das eng­lisch­spra­chige Pro­gramm des ara­bi­schen Nach­rich­ten­ka­nals “Al Jazeera” in dem sehens­wer­ten Fea­ture “The media battle for Egypt”.

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