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Hohes Schmerzensgeld nach schlimmer Verleumdung bei Facebook

28. Juli 2010 | Ein 24jähriger Brite muss 10.000 Pfund an einen ehe­ma­li­gen Freund zah­len, weil er ihn in dem Social Net­work sinn­ge­mäß als “Pädo­phi­len” bezeich­net hatte.

Was offen­bar als — ganz schlim­mer — Scherz gedacht war, kommt jetzt einen 24jährigen Bri­ten sehr teuer zu ste­hen, das berich­ten am Mitt­woch gleich­lau­tend meh­rere eng­li­sche Zei­tun­gen auf ihren Inter­net­por­ta­len. Der junge Mann aus der mit­tel­eng­li­schen Klein­stadt Stone hatte im Novem­ber 2008 sei­nem gleich­alt­ri­gen Freund auf des­sen Facebook-Seite einen abar­ti­gen Ein­trag hin­ter­las­sen: “Ray, you like kids and you are gay so I bet you love this pic­ture, Ha ha.” Zudem stellte er ein Bild mit einer Kol­lage von Kinder-Sex-Szenen auf die pri­vate Seite des dama­li­gen Freun­des, zu der rund 800 Nut­zer Zugang hatten.

Das Bild wurde samt Begleit­text zwar inner­halb von 24 Stun­den ent­fernt und der “Autor” wegen “Ver­brei­tung abar­ti­ger Abbil­dun­gen von Kin­dern” bereits zu 150 Stun­den gemein­nüt­zi­ger Arbeit ver­ur­teilt. Der schwer geschä­digte Ex-Freund, der sich sei­ner­zeit nach eige­nen Anga­ben wochen­lang nicht unter Men­schen getraut hatte, wollte es damit jedoch nicht bewen­den las­sen. Dank sei­ner als Jura-Student erwor­be­nen Kennt­nisse und mit Unter­stüt­zung eines bri­ti­schen Spe­zia­lis­ten in Sachen Inter­net­recht, strengte er einen Scha­dens­er­satz­pro­zess an, der am Diens­tag mit dem ein­deu­ti­gen Urteil endete: Der 24jährige erhält nun 10.000 bri­ti­sche Pfund (etwa 12.000 Euro) Schmer­zens­geld wegen schwe­rer Verleumdung.

Die­ser Rich­ter­spruch wird von bri­ti­schen Medien bereits als ein “weg­wei­sen­des Urteil” zum Umgang mit Inhal­ten in Social Net­works ein­ge­schätzt. Face­book rea­gierte indes noch gelas­sen: “Wir kön­nen unse­ren Nut­zern nur drin­gend raten, die Ein­stel­lun­gen der Pri­vat­sphäre genau zu kon­trol­lie­ren und nur den Per­so­nen Zugang zu ihren Inhal­ten zu gewäh­ren, die diese auch tat­säch­lich sehen sol­len”, zitiert “Metro” einen Facebook-Sprecher.

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