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Meilenstein der WWK-Geschichte”

15. April 2010 | Aus­ge­rech­net Rein­hold Beck­mann, “Experte” in Sachen pri­va­ter Alters­vor­sorge, prä­sen­tiert die vor­ge­zo­gene Geburts­tags­party zum “Sech­zigs­ten” der ARD im “Ersten”.

Nein, Glückw?nsche gibt’s hier nicht für die ARD, obwohl Rein­hold Beck­mann heute — und am Sams­tag­abend im “Ers­ten” gleich zwei mal “Die große Geburts­tags­show” zele­brie­ren wird — immer­hin knapp zwei Monate zu früh. Schließ­lich wurde die “Ver­ein­ba­rung über die Errich­tung einer Arbeits­ge­mein­schaft der öffent­lich recht­li­chen Rund­funk­an­stal­ten der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land” von den damals sechs Inten­dan­ten erst am 10. Juni 1950 in Bre­men unter­zeich­net. Die­ser Tag gilt als offi­zi­el­les Grün­dungs­da­tum der ARD, bestä­tigt denn auch die beim Süd­west­rund­funk ange­sie­delte gemein­same Pressestelle.

Gefei­ert wird des­halb jetzt so aus­gie­big im vor­aus, weil sich im Juni ange­sichts der dann begin­nen­den Fußball-WM in Süd­afrika wohl kaum noch jemand für Beck­manns “Show der 100.000 Höhe­punkte” inter­es­sie­ren dürfte, befürch­tet man bei der ARD — wohl nicht ganz zu unrecht. Den­noch — vor­zei­tige Geburts­tags­glück­wün­sche könn­ten Pech zur Folge haben — und davon hat die ARD ohne­hin schon genug; unter ande­rem, weil sie 1998 man­gels eige­ner Talente Rein­hold Beck­mann von Sat.1 (zurück-) holte und ihn offen­bar mit einem “Frei­brief zur Ver­an­stal­tung von Fern­seh­sen­dun­gen im eige­nen Inter­esse” ausstattete.

Das nutzte der umtrie­bige Sport­re­por­ter und Mode­ra­tor zum Bei­spiel in sei­ner Talk­runde zum Thema “pri­vate Alters­vor­sorge” am 20. März 2006 im “Ers­ten” kräf­tig aus. Was Pro­gramm­ver­ant­wort­li­che nach Dar­stel­lung des dama­li­gen NDR-Fernsehdirektors Vol­ker Her­res angeb­lich nicht wuss­ten: nur drei Wochen zuvor hatte die Ver­si­che­rungs­gruppe “WWK” Beck­mann als so genann­tes “Testi­mo­nial” vor allem für ihre Ange­bote zur Pri­vat­vor­sorge im Alter vor­ge­stellt. Logisch, dass am Ende von Beck­manns Sen­dung die Zuschauer das Gefühl haben muss­ten, ohne pri­vate Zusatz­ver­si­che­rung kaum das Ren­ten­da­sein über­ste­hen zu können.

Den­noch — für Her­res, der inzwi­schen zum “Pro­gramm­di­rek­tor des Ers­ten Deut­schen Fern­se­hens” auf­stieg, war “die Sen­dung an sich nicht zu bean­stan­den.” Beck­mann hätte nur zuvor die Sen­der­spitze dar­über infor­mie­ren müs­sen, dass er für “WWK” wirbt. Dann — so ver­si­cherte Her­res im NDR-Medienmagazin “Zapp”, hätte man “schon eine Lösung gefun­den.” Wel­che, ver­riet der öffentlich-rechtliche TV-Manager aller­dings nicht.

Auf jeden Fall war man beim Ver­si­che­rungs­kon­zern “WWK” mit Beck­manns gebüh­ren­fi­nan­zier­tem Ein­satz für die pri­vate Alters­vor­sorge hoch zufrie­den. Dort gilt er inzwi­schen als “Mei­len­stein der WWK-Geschichte”, wie auf der Web­site des Unter­neh­mens nach­zu­le­sen ist. Und sei­ner wei­te­ren Kar­riere in der ARD hat die frag­wür­dige Neben­tä­tig­keit schließ­lich auch nicht gescha­det. Immer­hin darf der inzwi­schen 54Jährige die “ulti­ma­tive Geburts­tags­show” im “Ers­ten” präsentieren.

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