Medien

Notizen eines APParatschiks

2. März 2010 | Lade­hem­mun­gen beim “Spiegel-i” +++ “Bild-App” zum Nor­mal­ta­rif +++ “APPzock-Empfehlung” von meedia.de +++ Radio­ma­cher auf dem iPhone

Vor einer Woche hatte ich die erste Aus­gabe des mobi­len “Spie­gel” hier bei blog­me­dien ziem­lich hef­tig kri­ti­siert. Weil mein geschätz­ter Kol­lege Chris­tian Jaku­betz in sei­nem “Jak­Blog” das seit Sams­tag erhält­li­che zweite “Spiegel-i” durch­aus lobt (“Jetzt sieht’s schon bes­ser aus”), habe ich noch ein­mal 2,99 Euro inves­tiert. Dabei hatte ich zunächst mit Lade­hem­mun­gen zu kämp­fen. Meh­rere Ver­su­che, die aktu­elle Aus­gabe über die “Spiegel-App” her­un­ter­zu­la­den, ende­ten zunächst mit Feh­ler­mel­dun­gen. Am Mon­tag­abend habe ich es dann schließ­lich doch geschafft — und war wie­der ent­täuscht. Soweit erkenn­bar, wer­den dies­mal zwar alle Arti­kel des Nach­rich­ten­ma­ga­zins auch den mobi­len Nut­zern zur Ver­fü­gung gestellt und der Umfang des Bild­ma­te­ri­als ist wesent­lich grö­ßer als vor einer Woche. Aller­dings ist die Auf­be­rei­tung der Texte für die klei­nen Dis­plays nach wie vor unüber­sicht­lich, zudem sind einige Gra­fi­ken kaum zu ent­zif­fern. Es bleibt dabei — beim “Spiegel-i” besteht Verbesserungsbedarf.

45 Tage lang — und nicht wie ange­kün­digt 30 Tage — konnte ich bis ges­tern die “Bild-App” zum Ein­füh­rungs­preis von 79 Cent nut­zen. Wer blog­me­dien häu­fi­ger liest, weiß, dass ich nicht unbe­dingt zu den glü­hen­den Anhän­gern des Springer-Blattes gehöre. Den­noch finde ich das mobile Ange­bot im Hin­blick auf Umfang, Auf­be­rei­tung und Aktua­li­tät durch­aus akzep­ta­bel. Aller­dings mit einer wesent­li­chen Aus­nahme: Die Dar­stel­lung der kom­plet­ten — Über­re­gio­na­len — Aus­gabe der aktu­el­len “Bild”, die bereits jeweils am Vor­abend als PDF fÜr das iPhone zur Ver­fü­gung steht, geht beim bes­ten Wil­len nicht “App”: In der Sei­ten­an­sicht las­sen sich ledig­lich die über­di­men­sio­na­len Über­schrif­ten ent­zif­fern. Nach dem gewohn­ten Dop­pel­tipp auf den gewünsch­ten Bei­trag, lan­det man irgendwo mit­ten im Arti­kel und muss sich müh­sam an den Anfang des Tex­tes “her­anfum­meln”. Wegen der unter­schied­li­chen Spal­ten­brei­ten sind zudem lau­fende Anpas­sun­gen des Dis­plays erfor­der­lich. Zudem wer­den viele Abbil­dun­gen der­ma­ßen “ver­pi­xelt” dar­ge­stellt, dass Per­so­nen kaum erkenn­bar und Gra­fi­ken schlecht les­bar sind. “Die Zei­tung auf dem iPhone” (“Bild”-Slogan) ist in der vor­lie­gen­den Form also alles andere als ein Lese­ver­gnü­gen, zumal für den “Nor­mal­traif” (ein­schließ­lich PDF-Ausgabe) von 3,99 Euro pro Monat.

“meedia.de” hat vor eini­gen Tagen die ver­meint­lich “bes­ten Medien-Apps” vor­ge­stellt. Neben den “übli­chen Ver­däch­ti­gen” — wie den iPhone-Applikationen von “Bild”, “Spie­gel”, “Stern”, “Focus” und Co., gibt’s am Ende des Bei­trags noch einen beson­de­ren “Download-Tipp”: “Wer sich für News aus dem Aus­land inter­es­siert, kommt an der iPhone-App News­pa­pers nicht vor­bei”, rät Felix Dis­sel­hoff. Ich bezweifle, dass sich der Autor des Bei­trags vor sei­ner Emp­feh­lung ein­ge­hen­der mit der Appli­ka­tion beschäf­tigt hat. Ver­mut­lich hätte er sonst fest­ge­stellt, dass zum Preis von 79 Cent kei­nes­falls “die Inhalte von 84 Publi­ka­tio­nen, dar­un­ter die “New York Times, das Wall Street Jour­nal, The Guar­dian, die NZZ, El Pais’, Le Monde, La Repubblica, De Tel­graaf und die Bang­kok Post” aktu­ell auf­ge­lis­tet” wer­den. Auf Grund der Emp­feh­lung von “meedia.de” habe ich mir die Appli­ka­tion — zunächst für 79 Cent — über den App-Store her­un­ter­ge­la­den und wurde schon nach weni­gen Minu­ten mit einer Nach­for­de­rung kon­fron­tiert: “Möch­ten Sie 1 Ame­ri­can News­pa­pers Upgrade zu 0,79 ? kau­fen?”. Kurz dar­auf erschien die nächste Auf­for­de­rung auf dem Dis­play: dies­mal ging’s für wei­tere 79 Cent um “News­pa­pers” aus “Asia, Middle East, Africa”. Danke, ange­sichts die­ser “APP-Zocke” werde ich dann wohl auf die mobile Zei­tungs­lek­türe aus Bur­kina Faso oder dem Oman ver­zich­ten müssen.

Ganz ?ber­se­hen haben die “meedia.de”-Leute bei ihren Emp­feh­lun­gen, dass auch Radio­ma­cher einige ganz beacht­li­che Appli­ka­tio­nen im App-Store — kos­ten­los — anbie­ten: Dabei gehört “MDR-Sputnik” sogar zu den Pio­nie­ren der deut­schen “App-Szene”. Die Jugend­welle des Mit­tel­deut­schen Rund­funks lan­cierte bereits im Novem­ber 2008 eine der ers­ten Medien-Apps. In die­sem Januar hat “Sput­nik” ein Stu­dio­kon­zert mit der Ham­bur­ger Indie-Rockgruppe “Toco­tro­nic” in bes­ter Bild– und Ton­qua­li­tät live für “iPho­nes” über­tra­gen. Mit der Appli­ka­tion des “ers­ten deut­schen Fuß­ball­sen­ders 90elf” sind die Über­tra­gun­gen aller Spiele der 1. und 2. Bun­des­liga mobil zu emp­fan­gen und “Hit Radio FFH” bie­tet auf sei­ner App Live-Bilder von den neur­al­gi­schen Ver­kehrs­kno­ten­punk­ten in Südhessen.

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