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Intime Beziehungen

1. März 2010 | Patri­cia Rie­kel hat 2007 auch Gün­ter Ver­heu­gen “bespit­zeln” las­sen, angeb­lich um ein Foto des dama­li­gen EU-Kommissars und des­sen Kabi­netts­che­fin Petra Erler zu bekom­men. Das Bild hätte die “Bunte”-Chefin ver­mut­lich ein­fa­cher haben können.

Schon aus Rück­sicht auf meine begrenz­ten finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten würde ich nie auf die Idee kom­men, öffent­lich zu behaup­ten, dass Patri­cia Rie­kel nur des­we­gen Chef­re­dak­teu­rin der Zeit­schrift “Bunte” wurde, weil ihr Leben­ge­fährte Hel­mut Mark­wort sei­ner­zeit bereits Vor­stands­mit­glied und “ers­ter Jour­na­list” des Burda-Konzerns war. Als aller­dings der ehe­ma­lige Vize­prä­si­dent der EU-Kommission, Gün­ter Ver­heu­gen, im Jahr 2006 Petra Erler zu sei­ner Kabi­netts­che­fin machte, stand bald dar­auf für den “Focus” fest: “Der (damals) 62-jährige EU-Industriekommissar ver­half der Diplomöko­no­min zu einer stei­len Karriere.”

Damit begann im Okto­ber 2006 in Bur­das Vor­zei­ge­ma­ga­zin eine Kam­pa­gne gegen Ver­heu­gen, die bis Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res, fort­ge­setzt wurde. Schließ­lich wuss­ten die “Focus”-Leute, dass der “Kom­mis­sar” im August 2006 einen “Tur­tel­ur­laub” mit der damals 48-jährigen Öko­no­min ver­bracht hatte: “Bis­her unver­öf­fent­lichte Bil­der zei­gen die bei­den bei einem Pri­vat­ur­laub. Händ­chen hal­tend ent­spann­ten Chef und Mit­ar­bei­te­rin Mitte August zwei Wochen an der bal­ti­schen Küste.” Im Dezem­ber 2007 ließ Hel­mut Mark­wort in sei­ner Rubrik “Tage­buch” durch­bli­cken, dass sei­ner Redak­tion Fotos vor­lä­gen, die Ver­heu­gen “und Petra Erler nackt am Strand und im Meer zei­gen.

Wäh­rend “Bild” und andere Blät­ter bereits nach Ver­öf­fent­li­chung der ver­meint­lich pikan­ten Fotos lechz­ten, machte Mark­wort schließ­lich doch noch einen Rück­zie­her. In der “Focus”-Ausgabe 1/2007 erklärte er sei­nen Lesern: “Wir wol­len die Fotos aus vie­ler­lei Grün­den nicht dru­cken, aber wir wer­den sie not­falls einem Rich­ter vor­le­gen, wenn Gün­ter Ver­heu­gen, der Vize­prä­si­dent der Euro­päi­schen Kom­mis­sion, wei­ter­hin die These ver­ficht, wir hät­ten über seine spe­zi­elle Bezie­hung zu der von ihm im April ernann­ten Kabi­netts­che­fin nicht berich­ten dür­fen.

Dafür recht­fer­tigte der “Focus”-Chef die Bericht­er­stat­tung im Fall Verheugen/Erler sei­ner­zeit wie folgt: “Wir hal­ten uns an den Grund­satz, dass Pri­vat­af­fä­ren uns nichts ange­hen, Staats­af­fä­ren aber schon.” Von der eigen­wil­li­gen Argu­men­ta­tion ihres Lebens­ge­fähr­ten Mark­wort war Patri­cia Rie­kel offen­bar so ange­tan, dass diese zum eige­nen “Credo” wurde. Jetzt, drei Jahre spä­ter, als die “Bunte”-Chefin mit Vor­wür­fen kon­fron­tiert wurde, wonach in ihrem Auf­trag auch Gün­ter Ver­heu­gen im Jahr 2007 bespit­zelt wurde, ver­tei­digte sie den Ein­satz der Ber­li­ner Agen­tur “CMK” ganz im Stile ihres Lebens­ge­fähr­ten: “Pri­vat­af­fä­ren haben nicht zu inter­es­sie­ren, Staats­af­fä­ren schon.” Ziel der Aktion sei es gewe­sen, “auch ein Foto des dama­li­gen EU-Kommissars Gün­ter Ver­heu­gen (SPD) und sei­ner Kabi­netts­che­fin Petra Erler zu bekom­men”, berich­tet “Spie­gel Online”. Das hätte Frau Rie­kel ver­mut­lich auch ein­fa­cher haben kön­nen; zum Bespiel mit der Frage: “Du Hel­mut, hast du nicht noch so ein Bild vom Ver­heu­gen und sei­ner Freun­din im Nacht­käs­tel?” Wozu sind intime Bezie­hun­gen schließ­lich da?

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