Medien

Wenn blogmedien ein “i” legt…

…reicht die Palette der Reak­tio­nen von sach­li­cher Kri­tik bis zu üblen Beschimpfungen.

28. Januar 2010. Manch­mal ist es doch gut, dass ich die Kom­men­tar­funk­tion bei blog­me­dien nicht akti­viert habe. Sonst wären Aus­drü­cke wie “Sie Idiot” im eige­nen Blog erschie­nen — und wer möchte das schon. Nach mei­nem heu­ti­gen Ein­trag, in dem ich mich mit der Medi­en­be­richt­er­stat­tung nach der Prä­sen­ta­tion des neuen iPad beschäf­tigt habe, erreich­ten mich aber über­wie­gend sach­li­che Kri­ti­ken. Zum Bei­spiel zu der ursprüng­lich ver­öf­fent­lich­ten Behaup­tung, dass die Grund­ver­sion des iPad für 499 US-Dollar nicht W-LAN-fähig sei. Diese fal­sche Infor­ma­tion hatte ich sekun­dä­ren Quel­len ent­nom­men, die ich unzu­rei­chend veri­fi­ziert hatte. Das darf nicht sein, auch und gerade in mei­nem Blog nicht, das ich als Hobby betreibe. Nach meh­re­ren Hin­wei­sen hatte ich die­sen pein­li­chen Feh­ler bereits — sicht­bar — kor­ri­giert. Stell­ver­tre­tend ver­öf­fent­li­che ich nach­fol­gend eine Zuschrift von Peter Gardill-Vaassen, die sach­lich gehal­ten ist und zudem meh­rere Aspekte mei­nes Blog-Eintrags aufgreift:

Lie­ber Herr Müller,

ich stimme Ihnen voll zu, dass die Presse gerade bei Apple vor­schnell jeg­li­che kri­ti­sche Dis­tanz ver­mis­sen lässt. Ich gestehe dies als lang­jäh­ri­ger Apple-Benutzer und — ja, auch Fan­boy — gerne ein. Lei­der ist das eine Eigen­schaft, die sich im heu­ti­gen Jour­na­lis­mus in vie­len Berei­chen breit macht. Gut, dass Sie ver­su­chen einen kri­ti­schen Blick auf App­les neues Pro­dukt zu werfen.

Aller­dings bin ich der Mei­nung, dass Ihre Argu­mente nicht ganz tref­fen. Bei­spiel: “Es ist schon erstaun­lich, wie es der Apple-Chef immer wie­der schafft, seine Pro­dukte groß­flä­chig in den Medien zu plat­zie­ren, obwohl der Markt­an­teil der Mac-Computer welt­weit nur bei etwa fünf Pro­zent liegt und in Deutsch­land immer noch ver­schwin­dend gering ist.” Das mag sicher zutref­fen, beden­ken Sie aber, dass Apple vor eini­ger Zeit das “Com­pu­ter” aus der Fir­men­be­zeich­nung gestri­chen hat. Das geschah aus gutem Grund, da Apple inzwi­schen mit iPpods, iPho­nes etc. mehr Umsatz macht, als mit Com­pu­tern. Und die Markt­an­teile und die Bedeu­tung der Marke Apple in die­sem Bereich sind deut­lich höher. Das kön­nen Sie bei jeder U-Bahfahrt selbst beob­ach­ten. Apple ist aus der grauen lang­wei­li­gen Com­pu­ter­bra­che her­aus­ge­tre­ten und hat in bestimm­ten Berei­chen den Umgang mit (Unterhaltungs-) Elek­tro­nik revo­lu­tio­niert. Das rückte die Firma nun­mal in den Mit­tel­punkt des öffent­li­chen Interesses.

Wei­ter kri­ti­sie­ren Sie das Feh­len von Kamera und Mikro­fon. Nun, man kann das bedau­ern, ob diese Dinge wirk­lich so nötig sind am iPad wird sich her­aus­stel­len. Ein­zig die Unfä­hig­keit Flash abzu­spie­len, ist ein Man­gel, aber da bin ich sicher, wird beim Nach­fol­ger nach­ge­bes­sert. Neue Pro­dukte sind sel­ten per­fekt, gerade in der IT-Branche sind ja die Pro­dukt­zy­klen sehr kurz. Das feh­lende 3G ist in den teue­ren Ver­sio­nen ent­hal­ten, also steht auch die­ser Kri­tik­punkt auf wacke­li­gen Bei­nen. Auch Ihre Kri­tik an den kos­ten­pflich­ti­gen APPs kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Es gibt jede Menge kos­ten­lose APPs im Store, ein­fach mal rein­schauen. Und wieso darf Soft­ware auf ein­mal nichts mehr kos­ten? Ich lese blog­me­dien meis­tens mit zustim­men­dem Kopf­ni­cken, aber heute war ich nicht nur von Apple (ja, die Erwar­tun­gen waren hoch) ent­täuscht, son­dern auch von blog­me­dien. Bitte blei­ben Sie wei­ter kri­tisch, aber auch selbstkritisch.

Mit freund­li­chen Grü­ßen Peter Gardill-Vaassen

Vie­len Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben.

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