Allgemein Medien

Werbefreiheit in den öffentlich-rechtlichen Medien

18. Dezem­ber 2009 | Wäh­rend pri­vate Rund­funk­an­bie­ter und deren Kon­trol­leure den völ­li­gen Wer­be­ver­zicht von ARD und ZDF for­dern, hof­fen Kun­den und Agen­tu­ren auf mehr Wettbewerb.

In der aktu­el­len Aus­gabe (51/2009) des Bran­chen­ma­ga­zins “Wer­ben und Ver­kau­fen” äußern sich “Top-Entscheider” der Wer­be­bran­che unter ande­rem zu ihren Wün­schen an die Poli­tik. Zur Frage “Wel­che Maß­nah­men sollte der Gesetz­ge­ber ein­lei­ten, um die Ent­wick­lung der Wer­be­bran­che in den nächs­ten Jah­ren zu för­dern?”, for­dert Tho­mas Wag­ner, Vor­sit­zen­der der Geschäftsf?hrung von “SevenOne Media” “einen Aus­stieg der Wer­be­fi­nan­zie­rung der öffentlich-rechtlichen Sen­der”. Kein Wun­der — er ist ja schließ­lich für die Ver­mark­tung der Wer­be­zei­ten von “Sat.1″, “Pro­Sie­ben”, “Kabel eins” und “N24” ver­ant­wort­lich und hofft bei weni­ger Kon­kur­renz auf höhere Umsätze für die finan­zi­ell ange­schla­gene Sen­der­gruppe. Die meis­ten sei­ner Kun­den und deren Media-Agenturen hof­fen dage­gen auf einen Abbau von Wer­be­be­schrän­kun­gen, auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Expli­zit äußert sich dazu in “Wer­ben und Ver­kau­fen” Rai­ner Lührs, Geschäfts­füh­rer von “Dr. Oet­ker”: “Eine alte, aber immer noch rele­vante For­de­rung betrifft den öffentlich-rechtlichen Rund­funk: Hier könnte eine Fle­xi­bi­li­sie­rung oder gar Dere­gu­lie­rung zu mehr Wett­be­werb ins­ge­samt füh­ren.” Noch wei­ter geht Jan Har­dip, Geschäfts­füh­rer Ver­trieb und Mar­ke­ting bei “Stöer Media”: “Im Sinne des Erhalts eines Qua­li­täts­jour­na­lis­mus wäre Wer­be­frei­heit in den öffentlich-rechtlichen Medien eine gute Sache.” Har­dop glaubt sogar: “Für die pri­vat­recht­li­chen Medien hätte das posi­tive Neben­ef­fekte.” Wäh­rend sich also Wer­be­kun­den weit­ge­hend für den Erhalt — oder sogar die Aus­wei­tung — von Wer­bung bei ARD und ZDF aus­spre­chen, hat­ten die 14 Lan­des­me­di­en­an­stal­ten erst vor zwei Wochen in einem gemein­sa­men Posi­ti­ons­pa­pier einen “Wer­be­ver­zicht” von den öffentlich-rechtlichen Anstal­ten gefor­dert und zum Aus­gleich eine Anhe­bung der Rund­funk­ge­büh­ren vor­ge­schla­gen. Vor­ran­gige Auf­gabe der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten ist es aller­dings, pri­vate Rund­funk­ver­an­stal­ter zu lizen­sie­ren und zu kon­trol­lie­ren — und nicht etwa Lob­by­ar­beit für “RTL”, “Sat.1″, “Pro­Sie­ben” und Co. zu betrei­ben. Schließ­lich wer­den die so genann­ten “Medi­en­wäch­ter” auch aus Rund­funk­ge­büh­ren finanziert.

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