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Gab’s in der DDR

.…Wer­bung im Fern­se­hen, Pira­ten­sen­der, Gast­ar­bei­ter aus dem Wes­ten, ausl?ndische Fu?baller, offe­nen poli­ti­schen Wider­stand und tat­säch­lich Gleich­be­rech­ti­gung für Mann und Frau?

29. Okto­ber 2009. Wenn die Fans des FC Ener­gie Cott­bus heut­zu­tage Jiayi Shao anfeu­ern oder Anhän­ger von Erz­ge­birge Aue den Tor­jä­ger Najeh Bra­ham umju­beln, ist das Fuß­ball­nor­ma­li­tät. Doch das war nicht immer so in Cott­bus, Aue und anderswo in der dama­li­gen DDR. Als der “FC Erz­ge­birge” noch “Wis­mut” hieß und in der DDR-Oberliga spielte, durf­ten aus­län­di­sche Spie­ler gar nicht ein­ge­setzt wer­den. Her­aus­ge­fun­den hat das Mar­kus Dro­watzky bei sei­nen Recher­chen für die Serie “Gab’s in der DDR…?”, die zur­zeit bei medi­en­MITT­WEIDA läuft.

Zum 20. Jah­res­tag des “Mau­er­falls” haben Stu­die­rende an der Fakul­tät Medien der Hoch­schule Mitt­weida Dinge, die heute in den neuen Bun­des­län­dern all­ge­gen­wär­tig und selbst­ver­ständ­lich sind, mit Gege­ben­hei­ten in der frü­he­ren DDR ver­gli­chen. In Gesprä­chen mit Zeit­zeu­gen haben sie dabei Erkennt­nisse erlangt, die selbst “gelernte DDR-Bürger” in Stau­nen ver­set­zen. Bei­spiels­weise, dass es Ende der 50er-Jahre im dama­li­gen Karl-Marx-Stadt einen Pira­ten­sen­der gab oder der Schrift­stel­ler Gerald Zschorsch schon drei Jahr­zehnte vor der “Mau­er­öff­nung” im säch­si­schen Plauen offen gegen das DDR-Regime opponierte.

Ent­stan­den ist die Idee zu der Reihe wäh­rend einer Redak­ti­ons­kon­fe­renz von medi­en­MITT­WEIDA, dem gerade “relaunch­ten” Online­por­tal der Fakul­tät Medien an der Hoch­schule Mitt­weida. Ein Medi­en­tech­nik­stu­dent hatte am Abend zuvor eine “Uralt-Folge” der Kri­mi­reihe “Poli­zei­ruf 110″ aus den 70er Jah­ren im MDR gese­hen und wun­derte sich, dass ein lange ver­däch­tig­ter “Genosse” schließ­lich doch nicht der Täter war. Es kam die Frage auf, ob denn jemals ein SED-Mitglied als Mör­der in einem DDR-Krimi über­führt wurde?

Beant­wor­ten konnte die Frage nie­mand mit Sicher­heit und selbst Nach­fra­gen bei eini­gen Eltern sorg­ten eher für Ach­sel­zu­cken. Also began­nen die Recher­chen. Ob jemals ein Genosse als Böse­wicht im DDR-Fernsehen über­führt wurde, Gast­ar­bei­ter aus dem dama­li­gen “Wes­ten” beim Auf­bau der sozia­lis­ti­schen Errun­gen­schaf­ten hal­fen oder Mann und Frau im DDR-Alltag tat­säch­lich gleich­be­rech­tigt waren, ist in täg­lich neuen Fol­gen der Reihe “Gab’s in der DDR…?” bei medien-mittweida nachzulesen.

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