Medien

Fehlende Korrekturfunktion

Was ist bloß bei der “taz” los? Zuerst stellte das Blatt eine fal­sche Behaup­tung über den BLM-Präsidenten auf und ver­hed­derte sich drei Tage spä­ter auch noch im “GEZ-Gestrüpp”.

25. Okto­ber 2009. Wenn man jour­na­lis­ti­sche Qua­li­tät anhand der in die­ser Woche bei “taz.de” ver­öf­fent­lich­ten Medi­en­bei­träge beur­tei­len müsste, wäre das Ergeb­nis wohl nie­der­schmet­ternd. Am Mon­tag wurde in der Ein­lei­tung zu einem Bei­trag über die Ver­gabe von Fern­sehli­zen­zen in Bay­ern behaup­tet: “Ein Lizenz­neh­mer hatte dem Prä­si­dent der Lan­des­me­di­en­zen­trale Kre­dite gewährt.” Das war ziem­li­cher Blöd­sinn. Nicht der Prä­si­dent der Baye­ri­schen Lan­des­zen­trale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, son­dern der frü­here Vor­sit­zende des Medi­en­rats, Klaus Kopka, hatte von einem Gesell­schaf­ter des Lizenz­neh­mers “Camp-TV” Kre­dite erhal­ten — wie an ande­rer Stelle des “taz”-Beitrags auch nach­zu­le­sen ist.

Meh­rere Ver­su­che — unter ande­rem mit einem blogmedien-Beitrag am 22. Okto­ber — die “taz”-Redaktion zu einer Kor­rek­tur die­ser fal­schen Behaup­tung zu bewe­gen, schei­ter­ten. Der “Prä­si­dent der Lan­des­me­di­en­zen­trale” wird von “taz” wei­ter­hin zu Unrecht beschul­digt, Geld in Form eines Kre­dits ange­nom­men zu haben (Stand 25. Okto­ber, 13.00 Uhr).

Eine “feh­lende Kor­rek­tur­funk­tion” bei der “taz” sieht auch Hans-Peter Kraus, Betrei­ber der Web­site “Gebühren-Igel”. In sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen im Inter­net macht er sich “gegen Rund­funk­ge­büh­ren auf Internet-PCs” stark und berich­tet regel­mä­ßig über juris­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Rund­funk­an­stal­ten und ver­meint­lich unwil­li­gen Gebüh­ren­zah­lern. Kraus stieß in die­sem Zusam­men­hang auch auf den am 22. Okto­ber von “taz.de” ver­öf­fent­lich­ten Bei­trag “Chaos bei GEZ”. Darin beschäf­tigt sich Medi­en­re­dak­teur Stef­fen Grim­berg mit einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Frank­furt, das der Klage eines Selbst­stän­di­gen gegen die Ent­rich­tung von so genann­ten “PC-Gebühren” statt­ge­ge­ben hatte. Geg­ner — und damit “Ver­lie­rer” — in die­sem Ver­fah­ren war aller­dings der Hes­si­sche Rund­funk. Doch der taucht in dem “taz”-Artikel” über­haupt nicht auf. Statt­des­sen wird die “GEZ” an den Pran­ger gestellt, die aller­dings mit dem Ver­fah­ren über­haupt nichts zu tun hat. In einem lesens­wer­ten Blog­ein­trag hat Hans-Peter Kraus die Aus­füh­run­gen des “taz”-Medienexperten Satz für Satz “seziert” und kommt zu dem Schluss, dass wohl eher bei der “taz”, nicht jedoch bei der “GEZ” Chaos herr­sche. Fast schon über­flüs­sig zu erwäh­nen: Die Redak­tion der “taz” hat ihr “GEZ-Chaos” bis­lang immer noch nicht besei­tigt (Stand 25. Okto­ber, 13.00 Uhr).

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