Medien

Torhüter wehren sich gegen “Bild” und Co.

Zuspruch für Her­thas Ersatz­kee­per nach den Her­ab­wür­di­gun­gen in den Medien.

11. Okto­ber 2009. Am ver­gan­ge­nen Mon­tag habe ich mich in einem Blog­ein­trag über die “mediale Hin­rich­tung” von Sascha Burch­ert, dem Ersatz­kee­per des Bundesliga-Tabellenletzten Her­tha BSC Ber­lin ziem­lich “geär­gert”, wie es BILD­blog am nächs­ten Tag for­mu­lierte. Glück­li­cher­weise war ich nicht der einizge, der sich ins­be­son­dere über das wür­de­lose Pam­phlet der “Bild”-Mitarbeiter Nahne Ing­wer­sen und Kai-Uwe Hesse am ver­gan­ge­nen Mon­tag auf­ge­regt hat. Zuspruch bekam der 19-jährige Nach­wuchs­kee­per unter ande­rem von Frank Rost, sei­nem Gegen­über im Tor des Ham­bur­ger SV am letz­ten Sonn­tag — wie Torwart.de berichtet:

“Ich muss für den jun­gen Kerl eine Lanze bre­chen?, sagte Rost in der BILD, der Burch­ert schon auf dem Platz trös­tete: Er hat in den Situa­tio­nen gut mit­ge­spielt und wurde von sei­nen zehn Kol­le­gen im Stich gelas­sen. Auch Kapi­tän Arne Fried­rich stellt klar: Ich möchte beto­nen, dass es nicht seine Feh­ler waren.

Heute bekam ich nun einen offe­nen Brief “der User von torwart.de im Fall Burch­ert”. Neben der Zurück­wei­sung der unsach­li­chen Medi­en­kri­tik, gehen die Fach­leute auch kon­kret auf die ver­meint­li­chen Fehl­leis­tun­gen ein, für die Sascha Burch­ert von “Bild” als “Torwart-Trottel” ver­un­glimpft wurde:

“Sascha Burch­ert hat nach unse­rer Auf­fas­sung in den jewei­li­gen Spiel­si­tua­tio­nen alles getan, um die Gegen­tref­fer zu ver­hin­dern und mit sei­nen bei­den Flug­kopf­bäl­len nicht nur sein tor­hü­te­ri­sches Kön­nen bewie­sen, son­dern auch vor­bild­li­chen Ein­satz für seine Mann­schaft gezeigt. Das Ver­mei­den von Gegen­to­ren ist nicht nur Auf­gabe des Tor­hü­ters, son­dern auch sei­ner Mann­schafts­ka­me­ra­den und nie­mand kann von einem Tor­hü­ter erwar­ten, dass er die betref­fen­den Spiel­si­tua­tio­nen im Allein­gang end­gül­tig lösen kann.”

Der “offene Brief” ist kom­plett bei Torwart.de nach­zu­le­sen. Prima, dass der junge Mann reich­lich mora­li­sche Unter­stüt­zung erhält. Gern hätte ich an die­ser Stelle auch eine ein­deu­tige Stel­lung­nahme sei­nes Ver­eins ver­öf­fent­licht. Doch von Her­tha BSC gab’s bis­lang — soweit mir bekannt — keine Reak­tion. Ist das die Angst der Her­tha vor “Bild”?

Nach­trag am Mon­tag, 12. Okto­ber 2010: Soeben werde ich von “Torwart.de” dar­über infor­miert, dass “Bild.de” am ver­gan­ge­nen Frei­tag­nach­mit­tag Sascha Burch­ert vom “Torwart-Trottel” zum “Kopfball-Torwart-Pechvogel” beför­dert hat. Zumin­dest steht das jetzt so in der Über­schrift und im Lauf­text zur Bericht­er­stat­tung über das Bundesliga-Spiel Her­tha BSC Ber­lin gegen den Ham­bur­ger SV (4. Okto­ber 2009, 1:3). Die Her­ab­wür­ding des jun­gen Man­nes bleibt den­noch im “Bild”. Beglei­tend zum Text­bei­trag wird auf der Inter­net­seite wei­ter­hin ein Video mit dem unsäg­li­chen Titel “Der Kopfball-Torwart-Trottel” ange­kün­digt. Wer sich das Film­chen anschaut, könnte den Ein­druck gewin­nen, dass “Der Kommentator-Trottel” wohl zutref­fen­der ist, wie die­ser Aus­zug aus dem Begleit­kom­men­tar bei­spiel­haft zeigt: “Burch­ert eilt her­aus und köpft direkt zu Jarolim der sofort Vol­ley drauf­hält.” Lie­ber “Kommentator-Trottel”, das war kein “Vol­ley” — das war ein “Heber”.

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