WWL – das Hurrikan Radio

Als vor zehn Jahren – am 29. August 2005 – Hurrikan Katrina auf New Orleans traf und die Welt im “Big Easy” zusammenbrach, sendete die Radiostation WWL immer weiter. Die BBC hat den mutigen Radiomachern zum Jahrestag der furchtbaren Katastrophe eine herausragende Multimedia Story gewidmet, die den Betrachter nicht mehr loslässt.

In diesen Tagen ist New Orleans Thema in nahezu allen Informationsmedien: Zehn Jahre nachdem Hurrikan Katrina am 29. August 2005 die Metropole im Mississippi-Delta erreicht und weitgehend zerstört hat, sind wieder die schlimmen Bilder von den Menschen zu sehen, die auf Dächern kauernd auf Hilfe hoffen – vergeblich, häufig nicht nur für Stunden, sondern für ganze Tage. Das große Football-Stadion “Superdome” im Zentrum der Stadt wird wieder gezeigt, das damals Zufluchtsort für Zehntausende wurde, die ihre Häuser und Wohnungen verlassen mussten, die ihr Hab und Gut verloren hatten und sich nicht selten um vermisste Angehörige oder Freunde sorgten. Nach heutigem Kenntnisstand starben damals insgesamt 1.800 Menschen im Katastrophengebiet am Golf von Mexiko.

Die britische BBC hat die Tage bevor, während und nachdem Hurrikan Katrina New Orleans verwüstete, in einer beispielhaft gut gemachten Multimedia Story gleichfalls sachlich detailliert und emotional aufgearbeitet. Als Protagonisten dienen dabei die Radiomacher der Station WWL, die vorübergehend aus einem in einen Wandschrank eingebauten Notstudio im zerstörten New Orleans den Kontakt zu den vielfach von Wassermassen eingeschlossenen Menschen über Mittelwelle aufrecht hielten; einige Tage später dann aus dem 130 Kilometer entfernten Baton Rouge auch über UKW und Kurzwelle sendeten. Immer wieder sind in den Tondokumenten verzweifelte Menschen zu hören, die auf Hilfe warteten, sich vor Plünderern fürchteten und über untätige Politiker fluchten.

Drei Tage nach Beginn der Katastrophe sprach Nachrichten-Moderator Garland Robinette live mit Ray Nagin, dem damaligen Bürgermeister von New Orleans. In dem 15 Minuten langen Telefon-Interview, das längst in die amerikanische Radiogeschichte eingegangen ist, forderte Nagin gleichfalls wütend und verzweifelt den damaligen US-Präsidenten George Bush und die Gouverneurin des Bundesstaates Louisiana, Kathleen Blanco, auf, für Hilfe zu sorgen: “Die sollen endlich ihre Hintern hochkriegen und handeln. Wir haben hier verdammt nochmal die größte Katastrophe in der Geschichte unseres Landes”. Und er sagte im Interview mit WWL den verzweifelten Satz: “The City of New Orleans will never be the same”.

Polizisten pa­t­rouil­lie­ren auf Pferden durch das French Quarter

Polizisten pa­t­rouil­lie­ren auf Pferden durch das French Quarter

Zehn Jahre nach Katrina hat sich in New Orleans viel getan. Aus der zwischenzeitlich weitgehend als No-go-Area geltenden Stadt ist wieder die touristische Metropole im Süden der Vereinigten Staaten geworden. Das Vergnügungsviertel French Quarter mit der legendären Bourbon Street ist fast rund um die Uhr voller Menschen, die einfach nur Spaß haben wollen. Auf dem Mississippi fährt der Raddampfer “Natchez” entlang des Riverwalks, wo ein gewaltiges Shopping Center das moderne Stadtbild mehr verunstaltet als ziert. Die immer noch bestehenden Folgen der Naturkatastrophe sind nur in den Außenbezirken, weit ab der touristischen Anziehungspunkte zu sehen. Und die Radiostation WWL sendet immer noch News und Talk für New Orleans. Auf der Hompage des Senders erinnert nur ein kleines Banner an den Hurrikan und die großen Leistungen der Radiomacher vor zehn Jahren.

Head Downer und Selfie Taker am Strand

Headdowner am Swimmingpool in Clearwater Beach, Florida. Bild: Julia Müller

Head Downer am Swimmingpool in Clearwater Beach, Florida. Bild: Julia Müller

Anmerkungen zur Veränderung des Strandlebens: Statt Schwimmen, Sonnenbaden oder Volleyball, vergraben sich Urlauber heute lieber in ihre Smartphones, um den Rest der Welt via Facebook, Instagram oder Twitter mit ihren Selfies vom Nichtstun zu nerven. Wem dabei die Übersicht verloren geht, startet gleich die eigene Drohne mit „GoPro“ an Bord. Weiterlesen

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