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Höhe- und Tiefpunkte aus PRINT, RADIO, TV, ONLINE

Die schönsten Tage des Jahres…

Veröffentlicht am 23.12.2011

…waren diesmal völlig stressfrei. Dank “Final Cut Pro X”.

23. Dezember 2011. Mal wieder geschafft: Pünktlich zu Weihnachten ist Julias Jahresvideo fertig und wurde bereits an gute Freunde verschickt. Die “Premiere” für die Familie gibt’s traditionell Heiligabend nach Abendessen und Bescherung.

“Julia 2011 – die Bilder des Jahres” ist bereits die zehnte Ausgabe dieser Video-Spielerei. Mit Hilfe von Aufnahmen, die bei unseren Reisen, Ausflügen, Treffen mit Freunden, Veranstaltungen in Julias Gymnasium und bei anderen Anlässen entstanden, lasse ich noch einmal die vergangenen zwölf Monate Revue passieren und versuche daraus ein ansehnliches Filmchen zu basteln. Für mich sind die Tage vor Weihnachten die schönste Zeit des Jahres. Was Ende 2002 als eine Art Fotoalbum in Bewegtbildern für unsere damals noch kleine Tochter begann, ist inzwischen zu einer Art Familienchronik geworden in der Julia, inzwischen 13 Jahre, selbstverständlich weiterhin die Hauptrolle spielt. Hoffentlich bleibt das auch noch einige Zeit so…

Diesmal verlief die Produktion des 50 Minuten langen Films dank Apples Schnittsoftware “Final Cut Pro X” weitgehend stressfrei: Keine nervigen Programmabstürze, keine Wartezeiten durch “Rendereien” und auch keine Verluste von Produktionselementen bei der abschließenden Filmerstellung. Keine Ahnung, was vermeintliche Videoexperten an der Software herumzumeckern haben. Für meine  – zugegeben bescheidenen – Ansprüche ist es genau das richtige Programm, das ich auch noch ausgiebig und ohne Einschränkungen kostenfrei testen konnte.

Im Trailer, der allerdings mit einem vorkonfektionierten Layout in “iMovie” entstand, können nur einige Höhepunkte aus Julias Jahresvideo kurz angedeutet werden. Dazu gehört diesmal ganz sicherlich unsere Ferienreise durch den Südosten der USA mit Islands of Adventures und Disney World in Orlando, Alligatoren und rasenden Airboats in den Everglades, die atemberaubende Kulisse von Miami und der “Southern Most Point” Key West.

Drei Monate Arbeit einfach ‘runterladen

Veröffentlicht am 27.10.2011

In dem gerade veröffentlichten „Lehrbrief“ verrate ich „meinen“ Medienstudenten so ziemlich alles, was ich über „Journalistisches Arbeiten“ weiß.

18. Oktober 2011. Wer schon einmal ein Buch geschrieben hat, kennt vermutlich das Gefühl: Spätestens am Tag der Veröffentlichung wollen Autoren für ihr Werk hofiert und  beglückwünscht werden. Allerdings – wer nicht gerade umschwärmter Starautor ist, wird solche Huldigungen kaum erfahren, zumal wenn es um ein Sachbuch mit einer in der Regel geringen Auflage geht. In vielen Fällen müssen die Verfasser zumindest einen Teil der Kosten auch noch selbst tragen, damit sie ihre geistigen Ergüsse dem Rest der Welt überhaupt mitteilen können.

Zumindest musste ich kein finanzielles Risiko im Zusammenhang mit der Veröffentlichung meines Lehrbriefs „Journalistisches Arbeiten“ übernehmen. Das 450 Seiten umfassende Kompendium ist Teil der Reihe „Mediengestützte Wissensvermittlung“, die auf Initiative meines geschätzten Kollegen Ludwig Hilmer für Studenten der Fakultät Medien an der Hochschule Mittweida konzipiert wurde. Mittweidaer Medienstudenten können den Lehrbrief ab sofort über meine “dienstliche” Website medien-student.de downloaden oder für 9 Euro als Buch erwerben. Dafür verrate ich Medienmachern von morgen so ziemlich alles, was ich über Journalismus weiß. (Inhaltsverzeichnis)

Der theoretische Teil beginnt mit einer „kleinen Medienlehre“. Schließlich sollten sich künftige Journalisten in dem Metier auskennen, in dem sie künftig tätig sein wollen. Beschrieben werden anschließend Anforderungen an Nachwuchsjournalisten und die Rahmenbedingungen (Tätigkeitsfelder, rechtliche und ethische Aspekte) für den Journalismus in Deutschland. Im Praxisteil geht’s zunächst um journalistische  Arbeitsabläufe und Informationsquellen. Großen Wert habe ich weiterhin auf Recherchen und Verifizierungen gelegt. Bei den „Darstellungsformen“ werden neben den „Klassikern“ (Nachricht, Bericht, Reportage etc.) auch die besonderen Möglichkeiten und Anforderungen der Onlinemedien berücksichtigt. Unterstützt wurde ich dabei unter anderem von Ulrike Langer, Richard Gutjahr und Marcus Schuler. Gemeinsam mit den drei ausgewiesenen Online- und Social-Media-Experten habe ich Kriterien zur Einordnung und Definition des Begriffs „Onlinemedien“ erarbeitet.

Ob’s gelungen ist? Ich kann hier unmöglich eine Rezension über das selbstgeschriebene Sachbuch verfassen – das überlasse ich bei Interesse gern anderen, insbesondere „meinen“ Studenten, die das „Werk“ hoffentlich nicht nur downloaden oder als Buch kaufen, sondern auch nutzen werden.

Im Nachhinein bin ich meinem „wissenschaftlichen Ziehvater“, wie ich meinen Kollegen Ludwig Hilmer voller Respekt bezeichne, sehr dankbar dafür, dass er mich hartnäckig zu diesem Lehrbrief überredet hat. Damit war ich in den vergangenen Monaten gezwungen, selbst Dingen auf den Grund zu gehen, zu recherchieren und die dabei erhaltenen Resultate zu verifizieren. Ich habe seit vielen Jahren selbst nicht mehr so intensiv journalistisch gearbeitet – die Erstellung des Lehrbriefs hat mir einfach Spaß gemacht.

Happy Birthday XP

Veröffentlicht am 25.10.2011

Klasse gemachtes Video von “medienMITTWEIDA” zum 10. Geburtstag des Windows-”Oldtimers”

25. Oktober 2011. “Bild.de” und “Computer Bild” hatten es mal wieder sehr eilig und feierten schon vor zwei Tagen “10 Jahre Windows XP”. Marcel Fröbe und seine Kollegen hatten mehr Geduld. Pünktlich zum tatsächlichen Jubiläum des “Oldtimers” unter den Betriebssystemen veröffentlichten die Medienstudenten heute ihr prima gelungenes Video “Happy Birthday XP” bei “medienMITTWEIDA”. Um ehrlich zu sein, war ich als ehemaliger XP-Intensivnutzer überrascht, dass das Betriebssystem immer noch auf dem Markt – und bei “Amazon” weiterhin sogar ein “Bestseller” ist. Was mich zu dem Nonsens-Abschluss verleitet: “Früher war wohl doch nicht alles schlecht”.

P.S.  Zu sehen ist das Video auch auf der nagelneuen “Facebook”-Präsenz von “medienMITTWEIDA”. Dort gibt es auch den gewohnten “Gefällt mir”-Button. Also: “Thumbs up” für kreative Medienstudenten an der Hochschule Mittweida.

Wie die “Freie Presse”…

Veröffentlicht am 10.10.2011

…Sebastian Vettels WM-Titelverteidigung feierte.

Vermutlich haben einige Chemnitzer Zeitungsmacher am Sonntagabend den erneuten WM-Erfolg von Sebastian Vettel in der Formel 1 dermaßen ausgiebig gefeiert, dass ihnen der Fauxpas auf der Titelseite der “Freien Presse” vor Drucklegung der Montagsausgabe nicht aufgefallen ist. Eine andere Erklärung für die eigenwillige Kombination von Titelbild und Aufmacherzeile wäre auch nur peinlich.

Weniger wert, als kalter Kaffee

Veröffentlicht am 16.09.2011

Zufällige Beobachtungen beim völlig respektlosen Umgang mit Zeitungen in den USA.

16. September 2011. Der Herausgeber der „New York Times“, Arthur Sulzberger Jr., sorgte im Herbst 2010 für einiges Aufsehen, als er öffentlich ankündigte: „Wir werden irgendwann in der Zukunft aufhören, die ‘New York Times’ zu drucken.“ Zum Zeitpunkt wollte – oder konnte – Sulzberger allerdings keine näheren Angaben machen. Hellseherischer Fähigkeiten bedurfte es für diese Prognose allerdings nicht.

Wer für einige Zeit in den Vereinigten Staaten unterwegs ist – so wie wir in den letzten dreieinhalb Wochen, dem begegnet das sprichwörtliche Zeitungssterben fast täglich. Zum Beispiel in einer „Starbucks“-Filiale in Hilton Head Island, einem Urlauberzentrum im Süden South Carolinas an der Grenze zu Georgia. In dem angesagten Kaffeeladen drängen sich Urlauber und Einheimische, um für einen „Caffè Latte“ 3,25 Dollar zahlen zu dürfen. Selbst scheußlich schmeckender kalter Kaffee mit Eiswürfeln wird für 2,85 Dollar als „Iced Caffè Americano“ zumeist an die Frau gebracht.

Dazu spendiert „Starbucks“ – nach eigenen Angaben in allen US-Filialen – „free, one-click, unlimited Wi-Fi“, wovon die meisten Gäste mit ihren Smartphones oder Notebooks auch gern Gebrauch machen. Einige von ihnen scheinen den Kaffeeladen als Büro oder Studierzimmer zu nutzen. Die ausliegenden Zeitungen, darunter „The New York Times“ und „The Wall Street Journal“ finden dagegen keine Beachtung, genauso wenig wie in den rund 20 anderen „Starbucks“-Filialen, die wir während unserer Reise durch den Südosten der USA besucht haben – vor allem wegen des freien Internetzugangs.

Draußen, auf einem Abstelltisch direkt vor dem Eingang des Kaffeeladens, liegt ein Stapel Zeitungen zur kostenlosen Mitnahme aus. Es sind tagesaktuelle Ausgaben von „USA Today“. Bis vor zwei Jahren war das fünfmal in der Woche (Montag bis Freitag) erscheinende Blatt noch die auflagenstärkste Tageszeitung in den Vereinigten Staaten. Seitdem sank die Auflage von 2,3 auf gut 1,8 Millionen. Größte Tageszeitung in den USA ist jetzt „The Wall Street Journal“, das mit 2,1 Millionen Exemplaren nicht nur die höchste Auflage, sondern auch den größten Anzeigenumsatz erzielt. Hinter „USA Today“ folgt auf Platz 3 „The New York Times“, von der in der Woche durchschnittlich gut 900.000 Exemplare abgesetzt werden.

An Sonntagen ist die Auflage der „New York Times“ mit rund 1,3 Millionen traditionell deutlich höher. Früher erreichte die Sonntagsausgabe vor allem wegen der vielen Kleinanzeigen und Beilagen Umfänge bis zu unglaublichen Tausend Seiten – heute sind es in der Regel nur noch etwa 120. Die Kleinanzeigen sind längst im Internet gelandet.

Wir verzichten darauf, die „USA Today“ bei „Starbucks“ mitzunehmen, die lag schon morgens stapelweise an der Rezeption unseres Hotels kostenlos aus. Als wir mittags wieder an die Rezeption kommen, ist der Stapel kaum kleiner geworden. Kein Wunder, auch draußen am Swimmingpool findet sich kein Zeitungsleser. Viele, die dort auf den bequemen Liegestühlen direkt vor dem herrlichen Panorama der Atlantikküste entspannen, surfen mit ihren Smartphones im Internet.

„Free Wi-Fi“ ist längst zu einem wichtigen Ausstattungsmerkmal für amerikanische Hotels und Motels geworden. Auf kaum einer Reklametafel der Motels an den Zufahrtsstraßen zu größeren Städten und Urlauberzentren fehlt der Hinweis auf freien Internetzugang, vielfach mit dem zusätzlichen Versprechen „Highspeed“, das allerdings längst nicht immer eingehalten wird. Zuweilen erinnert die Geschwindigkeit der Internetverbindungen in US-Motels an graue Modem-Zeiten Mitte der 1990er Jahre.

Bis vor wenigen Jahren lockten Hotels und Motels durchreisende Gäste neben Hinweisen auf „Big Screen TV“ und „Free HBO“ (womit der freie Zugang zu einem amerikanischen Pay-TV-Kanal gemeint ist) auch noch mit kostenlosen Zeitungen wie „Free NYT“ oder „Complementary USA Today“ in ihre Unterkünfte. Das ist längst vorbei. Zeitungen, so scheint es, sind in Amerika heutzutage viel weniger Wert als scheußlich schmeckender kalter Kaffee bei „Starbucks“.

Auch ich ertappe mich während unserer Ferienreise bei dem völlig gleichgültigen Umgang mit den Arbeitsergebnissen von Journalisten, denen ich als Professor für Redaktionspraxis eigentlich großen Respekt entgegenbringen sollte. Als wir nach einem plötzlich einsetzenden Wolkenbruch während unseres Aufenthalts in der „Forrest-Gump-City“ Savannah in unser Motel kommen, bitte ich unsere Tochter: „Geh’ doch mal eben zur Rezeption und besorge eine ‚USA TODAY’“. Schließlich eignen sich Zeitungen besonders gut zum Ausstopfen völlig durchnässter Schuhe. Nach einigen Minuten kehrt Julia zurück: „Papa, die hatten nur das ‚Wall Street Journal’. Aber damit werden deine Schuhe doch auch trocken – oder?“

Kein erneutes „Tal der Ahnungslosen“

Veröffentlicht am 13.09.2011

Weil Radiosender und Hörer wenig Lust auf technische Veränderungen haben, muss die sächsische Staatsregierung in Sachen UKW-Abschaltung jetzt hochnotpeinlich „zurückrudern“.

13. September 2011. Gerade aus den Ferien zurückgekehrt freue ich mich darüber, dass „meine“ Medienstudenten einmal mehr einen Beitrag mit News- und Gesprächswert auf der von mir verantworteten Website „medienMITTWEIDA“ veröffentlicht haben. Am Dienstag berichtete Sandra Möllentin, dass in Sachsen die „Ausnahmegenehmigung“ für die Ausstrahlung von UKW-Programmen wohl doch (zunächst) bis zum Jahr 2025 verlängert wird. Der Geschäftsführer der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), Martin Deitenbeck, hält inzwischen die bislang geplante Abschaltung der UKW-Frequenzen im Freistaat zum 31. Dezember 2014 für „unrealistisch“.

Miss Peggy, populäre Moderatorin von Radio PSR, darf wohl noch lange auf UKW senden. Bild: Radio PSR

Allerdings senden die UKW-Programme in Sachsen bereits seit eineinhalb Jahren mit einer Art Ausnahmegenehmigung. Schließlich hatte der Freistaat in seinem 2009 novellierten Privatrundfunkgesetz voreilig festgeschrieben:

Spätestens ab dem 1. Januar 2010 erfolgt die Übertragung von Rundfunkprogrammen und vergleichbaren Telemedien in Sachsen ausschließlich in digitaler Technik. In Abweichung von Satz 1 dürfen Hörfunkprogramme im UKW-Band sowie Rundfunkprogramme und vergleichbare Telemedien in Kabelanlagen bis zum Ablauf des 31. Dezember 2014 weiter in analoger Technik übertragen werden.

Anfang 2009 war die sächsische Staatsregierung auch noch fest entschlossen, die vollständige Digitalisierung des Freistaats bis zur Mitte des Jahrzehnts  durchzusetzen. Warum? “Weil das so seit zehn Jahren politischer Wille ist”, sagte seinerzeit Jens-Ole Schröder, der für Medien zuständige Referatsleiter in der sächsischen Staatskanzlei, gegenüber blogmedien.

Dabei hatte Sachsens Staatsregierung wohl die Rechnung ohne die Radiosender und deren Hörer gemacht. Jetzt muss der Freistaat hochnotpeinlich zurückrudern, um eine vollständige Blamage noch abzuwenden. Jahrelang hatte man Warnungen im Hinblick auf das gesetzliche Vorpreschen in Sachen Digitalisierung weitgehend ignoriert. Zu den schärfsten Kritikern gehört seit langem der jetzt scheidende MDR-Intendant Udo Reiter. Seine ablehnende Haltung gegenüber dem Digitalradio begründete er zuletzt in einem Video-Interview mit medienMITTWEIDA im Juni dieses Jahres:

Es gab immer wieder Anläufe zum digitalen Radio. Bisher waren sie alle total erfolglos. Und zwar hängt das nach meiner Einschätzung damit zusammen, dass die Leute mit der UKW-Übertragung völlig zufrieden sind. Digitales Radio bringt demgegenüber kaum einen Mehrwert, der die Leute wirklich interessiert. Deshalb sehe ich das mit großer Skepsis, dass da 2014 auch nur irgendwas abgeschaltet wird. Ich glaube, dass uns UKW noch eine ganze Weile begleiten wird.

Damit dürfte Udo Reiter Recht behalten. Der am 1. August bundesweit gestartete  Multiplex DAB+, als digitales Nachfolgesystem für den analogen UKW-Hörfunk, brachte bislang den Veranstaltern vor allem allerlei Ärger ein, weil die digitale Verbreitung in einigen Gebieten den Fernsehempfang über analoge Kabelanlagen zum Teil empfindlich störte. Zudem unken Gegner der Digitalisierung bereits, dass es ohnehin mehr Sender als Hörer gebe. Tatsächlich werden zurzeit zwölf digitale Hörfunkprogramme zwar bundesweit, jedoch längst nicht flächendeckend verbreitet. Über die Zahl der erreichten Hörer liegen bislang noch keine Angaben vor.

Besonders peinlich gestaltete sich der Sprung ins digitale Radiozeitalter im Land der vermeintlichen Pioniere. In Sachsen hatte sich im vergangenen Jahr kein Bewerber für die Verbreitung von Radioprogrammen auf einem landesweiten Multiplex für DAB+ gefunden. Die Landesmedienanstalt will nun in diesem Herbst eine zweite Ausschreibung starten.

Vordringlicher ist allerdings, dass zunächst das sächsische Privatrundfunkgesetz im Hinblick auf die dort festgeschriebene UKW-Abschaltung Ende 2014 geändert wird. Andernfalls droht der Freistaat im Hinblick auf die Radioversorgung zum „Tal der Ahnungslosen“ zu werden. Viele Sachsen kennen den Begriff noch aus der Zeit als in Dresden und anderswo der Empfang des Westfernsehens technisch bedingt unmöglich war.

50-50-Chance nicht genutzt

Veröffentlicht am 12.09.2011

Nach Günther Jauchs Premiere in der ARD gab’s pflichtgemäßes Lob in den Springer-Portalen – schließlich war der eigene Vorstandschef Gast der Talkrunde über die Folgen des 11. Septembers.

12. September 2011. Es war sicherlich eine gute Idee, dass Günther Jauch zur Premiere der nach ihm benannten Talkrunde am Sonntagabend den Springer Vorstandschef Mathias Döpfner in das Berliner Gasometer eingeladen hatte. So konnte der neue  Superstar der „ARD“ davon ausgehen, dass „Bild“ und Co. die Sendung zum Thema „Zehn Jahre 11. September – war es richtig in den Krieg zu ziehen?“ wohlwollend begleiten und kommentieren. Welcher Kommentator käme schon auf die Idee, eine Sendung zu „verreißen“, in der der eigene Chef mitwirkt?

„Bild.de“-Redakteure jedenfalls nicht. „Souverän, engagiert, wie man ihn kennt“, sei die „TV-Allzweckwaffe“ am Sonntagabend gewesen – vermutlich wohl deswegen, weil Jauch  einen „dunkelblauen Anzug“ mit „hellblauer Krawatte“ trug. Weitere Argumente für die vermeintlich gelungene Premiere konnten die „Bild“-Leute jedenfalls nicht anführen. Trotzdem kam auch der Kollege Arne Wilander bei „Welt Online“ zu dem Ergebnis „Beim ersten Mal hat Jauch alles richtig gemacht“. Dass der „ARD“-Talk-Novize  „Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigen“ lassen wollte, hat der Springer-Mitarbeiter großzügig überhört. Ex-Verteidigungsminister Peter Struck musste den „ARD“-Talk-Novizen gleich zweimal belehren, dass es beim Bundeswehreinsatz in Afghanistan um Deutschlands Sicherheit gehe.

In Jauchs Millionenquiz bei „RTL“ wäre der Kandidat wohl ausgeschieden, weil er die 50-50-Chance nicht genutzt hätte. Jauch darf logischerweise weitermachen – dann aber bitte nicht so „hölzern“ wie „Stern.de“-Kolumnistin Sophie Albers in ihrer Kritik zutreffend anmerkt, die mit dem zutreffenden Fazit „Da ist noch viel Luft nach oben“ überschrieben ist. Das gilt wohl auch für die Einschaltquote. Mit 5,1 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 18,6 Prozent sei Jauchs Einstand im „Ersten“ zwar „erwartungsgemäß sehr gut ausgefallen, allerdings auch nicht besser als bei Wills Sonntags-Einstand vor fast genau vier Jahren“, urteilt das Medienmagazin „DWDL“.

Wir sind dann mal “wech”…

Veröffentlicht am 19.08.2011

Endlich Ferien. In diesem Jahr sind wir gut drei Wochen lang im Süden der USA unterwegs. Dazu schreiben wir auch ein Reisetagebuch, das im Blog von Inge Seibel nachzulesen ist.

Bankrotterklärung des Doktorvaters

Veröffentlicht am 01.03.2011

Jura-Professor Peter Häberle, der die zusammengeklaubte Doktorarbeit des Karl Theodor zu Guttenberg mit der Bestnote auszeichnete, drückt sich vor der Verantwortung.

1. März 2011. Zu Recht wurden die Schummeleien des Karl Theodor zu Guttenberg bei seiner zusammengeklaubten Doktorarbeit mannigfach thematisiert und kritisiert. Zu Unrecht wurden bislang dagegen die Verantwortlichen von Kritik verschont, die diese Schummeleien mit der wissenschaftlichen Bestnote summa cum laude auszeichneten, allen voran zu Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle.

Der „hochangesehene Staatsrechtler“ (Kommentar von BR-Chefredakteur Sigmund Gottlieb in den „Tagesthemen“ am 16. Februar) meldete sich am Montag mit einer vom „Tagesspiegel“ veröffentlichten Erklärung „zu Guttenbergs Doktorarbeit“ öffentlich zu Wort: “Die in der Promotionsschrift von Herrn zu Guttenberg entdeckten, mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel“, schwadronierte Häberle unter anderem und kommt zum Schluss, dass „die Aberkennung des Doktortitels die notwendige Folge“ gewesen sei.

Wie geht das? Zunächst belobigte der Jura-Professor seinen damaligen Doktoranden mit der Bestnote um ihn vier Jahre später mit derselben Arbeit durchfallen zu lassen? Erklärt hat Häberle den plötzlichen Sinneswandel in seiner vermeintlichen „Erklärung“ zumindest nicht. Stattdessen wiederholt er sinngemäß seine schleierhaften Ausführungen, die er bereits kurz nach der Entdeckung der adeligen Mauscheleien über „Bild“ verbreitet hatte: „Ich habe den Werdegang seiner Arbeit, wie bei all meinen Doktoranden ohne jede äußere Beeinflussung nach besten Kräften betreut.“

Und was heißt das im Klartext? War es etwa so – wie Dirk Matten, Professor an der York University in Toronto, in einem Gastbeitrag bei „Spiegel Online“ vermutet, „dass seine Gutachter die Arbeit nicht wirklich gelesen haben“? Von der Hand zu weisen ist diese Vermutung zumindest nicht. Wie ist es schließlich anders zu erklären, dass Häberle und Co. bei Prüfung der guttenbergschen Kopierarbeit die Stilbrüche in den Textpassagen nicht bemerkten und auch keine der klammheimlich genutzten Quellen erkannten? Die waren – beginnend mit der teilweise aus der „FAZ“ übernommenen Einleitung – schließlich reichlich vorhanden.

Beantwortet hat Häberle diese – und weitere Fragen in seiner “Erklärung” vom Monatg  jedenfalls nicht. Damit drückt sich der hoch dekorierte Akademiker nur vor der Verantwortung für die von ihm zu Unrecht erteilte Bestnote. Seine Ausführungen sind nichts anderes als eine Bankrotterklärung des Doktorvaters – und kein weiterer Grund für zu Guttenberg als Verteidigungsminister zurückzutreten. [erledigt am 1. März 2011 gegen 10.00 Uhr] Die gibt’s schon zur Genüge.

Jetzt habe ich Angst vor dem “System Guttenberg“

Veröffentlicht am 22.02.2011

Ein System, das Blendwerk in den Mittelpunkt hebt, fundiertes Wissen, Ehrlichkeit, Redlichkeit und auch Menschlichkeit zu Gunsten von Einfluss und Macht jedoch immer mehr verkommen lässt.

22. Februar 2011. Vermutlich gehöre ich zu denjenigen, die sich bis zum Wochenende über die Betrügereien des Dr. Guttenberg [1][2] bei seiner Dissertation eher amüsiert – als besorgt gezeigt haben. Am Freitag hatte ich noch Mitleid mit den  Machern der „heute-Show“, weil ich es für unmöglich hielt, dass die Autoren der ZDF-Satiresendung die Realität noch toppen könnten: Die Versetzung des eigenen Doktortitels in den zeitweiligen Ruhestand oder die Entdeckung, dass Dr. Guttenbergs Opa vor 40 Jahren ein Buch veröffentlicht hatte, ausgerechnet mit dem Titel „Fußnoten“. …hier weiterlesen

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    blogmedien ist das privtae Weblog von Horst Müller - im Hauptberuf Professor für Redaktionspraxis an der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida - mit Beiträgen zu Höhe- und Tiefpunkten in Print, Radio, TV und Online. E-Mail: hm[at]blogmedien.de.

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