Mit Fiat und Viagra zum Super Bowl

Während die New England Patriots die Seattle Seahawks im Finale der National Football League (NFL) am Sonntag knapp besiegten, mutierte in der Pause ein kleiner Fiat 500 dank der blauen Pille zum viel bestaunten 500 X Crossover.

Etwa 4,5 Millionen US-Dollar mussten Werbekunden für einen 30 Sekunden-Spot während der Super Bowl-Übertragung 2015 an das us-amerikanische TV-Network NBC überweisen, berichtet CNN. Dafür bekamen sie einen der (zu) wenigen begehrten Werbeplätze und mehr als 100 Millionen Zuschauer, allein in den Vereinigten Staaten. Die eigens für die Übertragung der weltweit größten Sportveranstaltung konzipierten Spots haben längst – ähnlich dem Match selbst – Kultstatus erlangt. Schon Tage vor dem “Super Bowl Sunday” werden die zwischen 30 und 60 Sekunden langen Videos in Sozialen Medien wie Facebook oder YouTube platziert, was für zusätzliche Verbreitungen der Werbebotschaften sorgt – und das quasi zum Nulltarif.

So wurde das vom kalifornischen Smartphone-Device-Hersteller Mophie bei YouTube eingestellte Video “All-Powerless” innerhalb von drei Tagen bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags bereits rund 2,2 Millionen mal aufgerufen. In dem eine Minute langen Spot lassen die kreativen Werbefilmer mal eben die ganze Welt zusammenbrechen, um die Notwendigkeit von Ersatz-Akkus unter Beweis zu stellen. Wo aufwendige Ausstattungen und ausgekügelte technische Tricks nicht ausreichen, müssen Promis ‘ran. Für den koreanischen Autohersteller KIA durfte sich Ex-007 Pierce Brosnan noch einmal so richtig ins Zeug legen.

Bei der Konzeption der Spots spielen plakative Darstellungsformen, in denen Konsumgüter oder Dienstleistungen im Mittelpunkt stehen, kaum noch eine Rolle. Vielmehr werden zumeist mit großem Aufwand produzierte Geschichten erzählt. “Storytelling” erhält in der Vermittlung von Werbebotschaften eine immer größere Bedeutung. So wie beim anrührenden Spot “Lost Dog”. Erst nachdem das Mini-Drama um den entlaufenen kleinen Hund zum Happy End führt, wird mit Budweiser der Auftraggeber für zwei Sekunden ins Bild gerückt. In den 58 Sekunden zuvor ist weder von Bier die Rede, noch ein “Bud” zu sehen.

Nach eigenen Angaben hat das US-Onlinemagazin Mashable alle Werbespots zum Super Bowl 2015 hier aufgeführt. Von dort führen auch direkte Links zu den einzelnen Videos bei YouTube.

Unsere schönsten Bilder aus 2014

Wir überlassen unseren privaten Jahresrückblick nicht Facebook, sondern “bauen” uns unsere Erinnerungen lieber selbst zusammen. Heiligabend hatte bereits die 13. Ausgabe von Julias Jahresvideo Premiere.

JULIA 2014 – die schönsten Bilder des Jahres mit den Höhepunkten aus den vergangenen zwölf Monaten ging Ende Dezember an Freunde, Verwandte und Mitwirkende. Im Trailer seht ihr einige Szenen aus unserem 46 Minuten langen privaten “Filmkunstwerk” mit Bildern unter anderem aus New York, Texas, Amsterdam, Barcelona, Marseille und Hamburg.

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Wie ein schlimmes Déjà-vu

Der in dieser Woche veröffentlichte Bericht des US-Senats über die Foltermethoden des Geheimdienstes CIA war mehrere Tage “Aufmacher” in deutschen Leitmedien. Schon vor zehneinhalb Jahren war die “ganze Welt” über den “Folterskandal von Abu Ghraib” schockiert. In der Medienberichterstattung sind durchaus Parallelen erkennbar.

Es war ein reiner Zufall. Als ich am Dienstag dieser Woche in meinen Seminaren zum Thema “Gezielte Internetrecherche” das Projekt “Folter frei – Abu Ghraib in den Medien” behandelte, waren unsere Leitmedien “voll” mit Nachrichten, Hintergründen und Kommentaren zu den – angeblich erst jetzt in ihrem ganzen Ausmaß bekannt gewordenen – Foltermethoden des US-Geheimdienstes CIA. Anlass war die Veröffentlichung der Zusammenfassung eines Berichts des US-Senats in der auf insgesamt 525 Seiten grausame Verhörmethoden “aufgelistet” werden. Weiterlesen →

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Das ist gar nicht mal so “kacke”

Beobachtungen bei Twitters Aufstieg in Deutschland während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien

Das waren noch Zeiten, als Fußball-Fans zu Hause vor dem Fernseher Salzstangen knabbernd und Bier trinkend die Spiele deutscher Nationalmannschaften bei der WM verfolgten. Heutzutage werden Jogis Jungs vorzugsweise beim so genannten Public Viewing, in einem Vereinsheim oder in der Stammkneipe anfeuert. So drängten sich beim Viertelfinalsieg der Deutschen gegen Frankreich über Einhundertausend Menschen bei glühender Hitze auf der Berliner Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und “Goldener Else” – das sind mehr Zuschauer als ein Fußballstadion aufnehmen kann. Weiterlesen →

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Noch ein olympisches Milliardengrab

Rund drei Milliarden Fernsehzuschauer haben am vergangenen Freitag weltweit angeblich die Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi verfolgt – das behaupten zumindest Spiegel Online, Welt.de und Co. “Nachgezählt” hat das offenbar niemand….

“40.000 Zuschauer im Fischt-Stadion in Sotschi und rund 3 Milliarden Fernsehzuschauer weltweit verfolgten das zweieinhalbstündige Spektakel”, berichtete am Freitagabend die Deutsche Welle auf ihrer Website zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi. Spiegel Online wusste am selben Abend, dass “rund drei Milliarden vor den Fernsehern weltweit die Panne des Abends” verfolgten: “Aus einem Sternenbild hätten sich die fünf Olympischen Ringe entfalten sollen, doch einer der Sterne versagte seinen Dienst.” Dabei waren in den drei Milliarden nicht einmal die russischen Fernsehzuschauer enthalten, wie Welt.de klarzustellen glaubte: “Im Gegensatz zu den 40.000 Menschen im Fischt-Stadion und den drei Milliarden an den Bildschirmen weltweit, sahen die Fernsehzuschauer des flächengrößten Landes der Erde nicht, wie eine stilisierte Schneeflocke geschlossen blieb.” Das russische Staatsfernsehen hatte doch glatt “ein Bild von den Proben hineinmontiert”. Weiterlesen →

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So viel “Bild” muss nun wirklich nicht sein

Springer hat in dieser Woche für alle digitalen Angebote seines Boulevardblatts eine Bezahlschranke aufgebaut. Ich halte “BILDplus” für einen gewagten “Paradigmenwechsel”.

Die Hochwasserkatastrophe ist seit knapp zwei Wochen ein Top-Thema in der gedruckten „Bild“ und ihren digitalen Ablegern. Zum Nulltarif sind die Berichte aus den überfluteten Regionen seit Dienstag dieser Woche allerdings nur noch begrenzt zu haben. Springer hat die seit längerer Zeit angekündigte Bezahlschranke aufgebaut. Weiterlesen →

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Endlich was Eigenes!

Persönliche Erinnerungen an den Sendestart von Antenne MV vor 20 Jahren.

“Hier ist Antenne MV – der erste landesweite Privatsender in Mecklenburg-Vorpommern. Ab jetzt senden wir täglich 24 Stunden lang. Mein Name ist Peter Kranz. Ich wünsche Ihnen einen schönen Pfingstmontag – und vor allem guten Empfang.” Weiterlesen →

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Rider on the Storm

Warum der Doors-Keyboarder Ray Manzarek ausgerechnet in der oberbayerischen Provinz verstarb. Dank engagierter Lokaljournalisten wissen wir’s.

„Am Strand von Venice Beach in Kalifornien hatte Ray Manzarek im Sommer 1965 zusammen mit Jim Morrison die Band The Doors gegründet. Nun starb der Keyboarder der legendären Rockgruppe in einem Krankenhaus in Rosenheim an Gallengangkrebs.“ Weiterlesen →

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CNN: Shame on you

Eine offensichtlich „gefakte“ Satellitenschaltung hat mein bislang (zu) großes Vertrauen in den Nachrichtensender CNN nachhaltig beeinträchtigt.

„So langsam schäme ich mich, für diesen Sender einst gearbeitet zu haben.“ Das ist die Reaktion von Richard Gutjahr bei Twitter auf die Information, dass der Nachrichtensender CNN am Dienstag offensichtlich eine so genannte „Satellitenschalte“ vorgetäuscht hat. Dabei bezieht sich der renommierte deutsche Blogger auf Recherchen, die der amerikanische Informationsdienst Atlantic Wire am 7. Mai öffentlich gemacht hatte. Weiterlesen →

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